Makellos
Männlichkeitswahn
joel
schumacher ist einer der regisseure, die sich qualitativ wie thematisch
nie einordnen lassen: mal dreht er mit george clooney die cineastische
nullnummer "batman forever", mal mit michael douglas den großartigen
"falling down". vor überraschungen ist man nie sicher, aber
das kann bei schumacher eben sowohl positiv als auch negativ ausgehen.
bei "makellos", seinem jüngsten streich, beweist der filmemacher
allerdings wieder mal ein glückliches händchen.
walt koontz (robert de niro) ist das, was man wohl als "local hero"
bezeichnen kann: jeder in der nachbarschaft kennt den wachmann,
der in seinen goldenen jugendtagen einen banküberfall vereitelte
und dadurch für einige minuten zum medienstar avancierte. mittlerweile
im ruhestand, läuft sein leben nicht mehr so glamourös. er haust
in einem dunklen loch und liegt im permanenten clinch mit seinem
nachbarn, der tunte rusty (philipp seymour hoffman), die abends
in bars auftritt und ihre gesangsauftritte tagsüber lauthals probt.
offiziell ärgert sich walt nur über den krach, den rusty und seine
kolleginnen veranstalten, tatsächlich fühlt sich der super-macho,
der allwöchentlich in einen animierschuppen
zum tango-tanzen geht, durch die buntschillernde truppe in seiner
männlichkeit bedroht. diese ausgangspositionen verschieben sich
allerdings ganz gehörig, als walt nach einem schlaganfall nur noch
mühsam sprechen und laufen kann. ausgerechnet rusty soll ihm mit
gesangsstunden dabei helfen, sein sprechvermögen wieder herzustellen.
robert de niro, ikone des method acting, liefert wie schon in "zeit
des erwachens" wieder eine präzise ausbalancierte, perfekte performance
des halbseitig gelähmten.
ohne das krankheitsbild ins lächerliche rutschen zu lassen, stellt
er seinen ex-sicherheitsbeamten dar, der gar nicht fassen kann,
wie sich nach der krankheit weder die frauen noch seine vermeintlich
guten kumpels noch für ihn interessieren. schumacher zeichnet sensibel
die zarte annäherung dieser beiden so unterschiedlichen figuren
nach. die rahmenhandlung wie auch die nebenfiguren verblassen völlig
neben den beiden großartigen protagonisten,
die "makellos" zu einem herzerwärmenden und sehr realistischen kammerspiel
zweier nicht mehr ganz taufrischer kerle machen.
infos über den film im internet: [ www.makellos-film.de ]
kinostart: 6. juli 2000
wo läuft der film? - das sagt euch die süddeutsche: [
makellos
]
makellos
besetzung: robert de niro, philipp seymour hoffman, barry miller,
wanda de jesus, skipp sudduth, daphne rubin vega, wilson jermaine
heredia... regie:
joel schumacher
drehbuch: joel schumacher
produzent: jane rosenthal, neil machlis, caroline baron
kamera: declan quinn
schnitt: mark stevens
usa 1999 genre:
komödie/drama
verleih: kinowelt
orginaltitel: flawless
länge: 112min.
[ mehr bei imdb ]
<ug>
eine wahnsinns kombination! robert de niro und philipp seymour
hoffman sind grandiose schauspieler. auch die story passt!
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klar, die beiden protagonisten sind fantastische schauspieler,
aber der film lahmt einfach höhepunktslos vor sich hin!
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