Malunde
Das Leben ist hart, und wirkliche Freunde gibt es keine
Der 12jährige
farbige Straßenjunge
Wonderboy (Kagiso Mtetwa), der eigentlich Philippe heißt, hat seine Lektion
schon gelernt. Auf der
Flucht vor ein paar Drogendealern läuft er dem ehemaligen Apartheid-Soldaten
Kobus (Ian Roberts)
vors Auto. Dies ist die Ausgangssituation in "Malunde", dem einfühlsamen und
streckenweise recht
märchenhaften Spielfilmdebüt der deutsch-südafrikanischen Regisseurin
Stefanie Sycholt.
Größere Gegensätze kann man sich kaum vorstellen: Der frühere Soldat, der
immer noch vom Ruhm
vergangener Zeiten zehrt, von Ehefrau und Tochter verstoßen, und das früh
gereifte Straßenkind,
das sich mit viel Geschick und noch mehr Hoffnung jeden Tag aufs Neue
beweisen muß.
Vom Zufall zusammengeführt, machen sich beide auf die Reise von Johannisburg
nach Kapstadt:
Kobus als Vertreter für Möbelpolitur, und weil er dort Ex-Frau und Tochter
wiedersehen möchte,
Wonderboy, weil er seine Mutter suchen will. Auf ihrer Reise haben die
beiden einige Abenteuer zu
bestehen, die das ungleiche Paar immer mehr zusammenschweißen, und
unmerklich wird das
sympathische Road Movie zum politischen Statement: Der lebensfrohe Junge
belehrt den
verbitterten Alten, und beide bringen sich gegenseitig ihre Lebenswelten ein
Stückchen näher. Es
gibt keine wirklichen Gegensätze, schließlich wollen alle Menschen
eigentlich das Gleiche? man muß
nur im Kleinen mit der Versöhnung anfangen. Irgendwie "malunde", also
obdachlos, ist im Grunde
doch jeder.
Das klingt recht naiv, und wesentlich tiefschürfender wird es auch den
gesamten Film über nicht
werden. Doch Sycholt gelingt das Kunststück, ihre einfache, geradlinig
erzählte Geschichte in
wunderschöne, stimmungsvolle Bilder zu kleiden? und da lässt sich so ein
bißchen schlichte
Sozialkritik schon verkraften.
infos über den film im internet: [ www.ottfilm.de ]
kinostart: 24. oktober 2002
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 119 min
Original: Malunde
Darsteller:
Ian Roberts, Kagiso Mtewa, Musa Kaiser,
Regie:
Stefanie Sycholt,
Drehuch:
Stefanie Sycholt,
Drehjahr: 2001 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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eine ungewöhnliche Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft! bedingungslos sehenswert!
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die richtige stimmung für einen solchen film braucht man schon! aber es lohnt sich reinzugehen!
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