Mitfahrer
Fahr'n, Fahr'n, Fahr'n auf der Autobahn...
Nur noch im Auto ist der Mensch heutzutage ganz bei sich. Nur noch in seinem kleinen Blechkäfig ist er geschützt und für sich, bleibt ihm Raum zur Kontemplation. Doch was passiert, wenn in diese letzte Intimsphäre der Moderne ein Fremder eindringt? Wie verhält sich der Mensch, auf engem Raum zur Gesellschaft verdammt und schlimmstenfalls im Stau gleichzeitig auch noch zur Bewegungslosigkeit? Ausgehend von dieser Überlegung hat Nicolai Albrecht seinen ersten Kinofilm „Mitfahrer“ konzipiert. Acht Personen in drei Autos sind in Albrechts Produktion auf der Reise, wollen schnell irgendwo hin oder noch schneller irgendwo wieder weg. Und das möglichst billig mit der Mitfahrerzentrale. Ziel aller drei Kraftfahrzeuge ist Berlin. Für manchen Fluchtpunkt, für andere mit Hoffnungen überladenes Ziel. Der Vertreter Peter (Ulrich Matthes) nimmt gerne ein Passagiere von der Mitfahrerzentrale mit auf Tour quer durch Deutschland. Vor jedem Beifahrer lügt er sich sein tristes Dasein aufs Neue in schillerndsten Farben zurecht, bis er schließlich immer mehr an seine Luftschlösser glaubt. Während er auf dem Weg nach Berlin ist, steigen in Kassel Sylvester und Fabian in die klapprige Studentenkarre der Schauspielschülerin Katharina.
Auch sie wollen in die Hauptstadt: Katharina eines Vorsprechens wegen, Sylvester hat wichtige Geschäfte zu erledigen, und Fabian will einfach nur für ein Wochenende dem Provinzmief entfliehen und Mädels aufreißen. Im Stau steht ihr Wagen hinter dem von Loubelle und ihrer halbwüchsigen Tochter Rosa. Loubelle hat sich gerade von ihrem Liebhaber getrennt, und eigentlich nimmt sie ja aus Prinzip keine Anhalter mit...
Regisseur Nicolai Albrecht hat offensichtlich viel Zeit auf deutschen Autobahnen verbracht. Denn seine geschickt ineinander verwobenen Geschichten wirken in jeder Sekunde sehr authentisch und aus dem Leben gegriffen. Wie Kugeln in einem Billardspiel stoßen sich die einzelnen Charaktere ab, beschleunigen, verlangsamen oder ändern nach dem Zusammentreffen ihre Bewegung. Liebespaare arrangieren sich neu, Vorurteile bestätigen sich, Sorgen lösen sich in Luft auf. Einige Szenen sind heiter und fein pointiert wie in einer Komödie, andere Momente erinnern an eine Familientragödie mit enormer Fallhöhe. Albrechts symmetrisch aufgebautes Drehbuch birgt genügend Spannung, dass sich selbst die extrem statische Kamera verkraften lässt.
infos über den film im internet: [ mitfahrer-der-film.de ]
kinostart: 17. November 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Episodenfilm
länge: 90 min
Original: Mitfahrer
Darsteller:
Ulrich Matthes, Anna Brüggemann, Ivan Shvedov,
Regie:
Nicolai Albrecht,
Drehuch:
Dagmar Gabler,
Drehjahr: 2004 FSK:
Starttermin: [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ Mitfahrer im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
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Ich hab zwar noch nie einen Mitfahere mitgenommen, aber ich sollte das vielleicht mal tun! Interessanter Film!
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Ein ganz einfacher Stoff, in dem sich doch so viele Höhen und Tiefen des Lebens verbergen! Genial!
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