Was haben ein Schwein, ein Hahn und eine Maus miteinander zu tun? Eine ganze Menge. Das wissen Generationen von Kindern, seitdem Helme Heine seine erste Geschichte über den Bauernhof Mullewapp und seine pfiffigen Bewohner veröffentlichte. Das war 1982. Mittlerweile haben sich 'Freunde' und die Folgegeschichten mehr als 500.000 mal verkauft. Die Bücher über den naiven Waldemar, den eitlen Franz von Hahn und den vorlauten Johnny Mauser wurden in 17 Sprachen übersetzt.
Das ungleiche Trio, das sich natürlich stets hervorragend ergänzt, hat auf der großen Leinwand nichts von seinem Charme verloren.
Schon in den Büchern liefern sich die Freunde Wortgefechte, die auf einer Ebene den Kindern und auf einer zweiten, ironischen den vorlesenden Eltern viel Spaß bereiten. Im von Tony Loeser und Jesper Möller schwungvoll inszenierten Film dürfen namhafte Synchronsprecher wie Benno Fürmann (als Johnny Mauser), Christoph Maria Herbst (als Franz von Hahn) und Joachim Król (als Waldemar) den tierischen Helden ihre Stimme leihen. Die betonen die sympathisch gebrochenen Charaktere, was dem wunderbar phantasievollen, kindgerecht langsam animierten Trickfilm eine ganz besondere Note verleiht.
Erzählt wird sozusagen die 'Episode 1' zu den Büchern, die erste Begegnung der späteren Freunde: Die Handlung setzt ein, als eine unbekannte Maus auf dem Bauernhof Mullewapp auftaucht. Die Aufregung ist groß, eine moderne Stadtmaus mit Sonnenbrille hat hier noch niemand gesehen. Aber wenn das Kerlchen behauptet, ein Filmstar zu sein, muss das ja stimmen. Die Hennen liegen der Maus andächtig zu Füßen, jeder lauscht Johnnys Geschichten - nur Franz von Hahn ist skeptisch. Spielerisch unterläuft die Regie jedes klare Einordnen von Gut und Böse. Die Figuren sind mehrschichtiger gezeichnet als so mancher reale Actionfilmheld. Und sogar die Moral ist anspruchsvoller und doppelbödiger als in den meisten Disneyklassikern.