Die junge Holländerin hat zuhause alles aufgegeben. Die wichtigsten Habseligkeiten in einen Rucksack auf den Rücken geschnallt, streunt die junge Frau mit den auffälligen roten Haaren ziellos durch Europa, immer auf der Flucht vor dem menschlichen Kontakt. Sogar die Gespräche anderer Mitreisender sind ihr zu viel. Deswegen läuft Anne (Lotte Verbeek) lieber. In einem abgelegenen Teil von Irland entdeckt sie ein malerisch gelegenes altes Haus. Aus der Ferne beobachtet sie den Besitzer mehrere Tage lang, ehe sie sich in seine Nähe wagt. Der ebenso zurückgezogen von der Welt lebende Martin (Stephen Rea) erkennt die Not des jungen Mädchens und bietet ihr einen Tausch an: Gartenarbeit gegen Essen. Aber keine Gespräche. 'Nothing Personal', die Forderung Annes, könnte als Lebensmotto für beide Figuren gelten.
Die in den Niederlanden lebende polnische Regisseurin Urszula Antoniak gibt den beiden Beziehungsverweigerern in ihrem bemerkenswert mutigen Debüt nicht einmal ein psychologisches Profil. Locker konturiert sie die beiden Charaktere, deren allmähliche Annäherung natürlich allen Beteuerungen zum Trotz letztlich stattfindet. Ohne viele Worte vermittelt Antoniak, die das Drehbuch unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes verfasste, eine ungewöhnliche Sicht auf die Welt. Ruhig und kompromisslos erzählt 'Nothing Personal' in Stillleben davon, wie viel zu laut und zu schnell das Leben genau genommen ist, wie begrenzt und eng und endlich, egal wie verzweifelt man sich dagegen wehrt.