'Hört sich ausgedacht an.' Mit diesem knappen Satz bewertet die 20-jährige Inga eine seltsame Geschichte, die ihr ein Fremder erzählt. Über eine junge Frau aus ihrem Ort, die 1980, als die Mauer noch stand, einen desertierten russischen Soldaten bei sich versteckt hatte. Und später gemeinsam mit ihm in den Westen geflohen war. Regisseur Christian Schwochow stammt von der Insel Rügen. Er weiß also, wie die Menschen dort leben und passt den Erzählstil seines fein beobachteten deutsch-deutschen Familiendramas dem gemächlichen Tempo der Einwohner an.
Wie sich die Ostsee mit jedem Windstoß verändert, variiert Schwochow ständig den emotionalen Rückhalt seiner Figuren. Denn die Bibliothekarin Inga, faszinierend beherrscht und gleichzeitig verletzlich gespielt von Anna Maria Mühe, wird über ihre angebliche beim Baden ertrunkene Mutter Dinge erfahren, die sie eigentlich nicht wissen wollte. Die anfangs etwas konstruierte erscheinende Rahmenhandlung mit dem Professor (Ulrich Matthes), der sich auf die Spuren der Vergangenheit zurück nach Mecklenburg-Vorpommern begibt, erweist sich im Verlaufe des Films als notwendige, betont distanzierte Fassung, die die für einen Debütfilm unglaublich ausgereifte, auch visuell bestechende Tragödie erst richtig zum Leuchten bringt.
Kinostart: 20. November 2008
<uf>
Ein absolut gelungener Film, der mit einer guten Geschichte und großartigen Darstellern überrascht!
Für einen Debutfilm, ist 'Novemberkind wirklich sehr beeindruckend! Sehr Sehenswert!