Plötzlich Prinzessin
Märchenstoff
Häßliches Entlein wird nach ausgiebigem Beauty- und Erziehungsprogramm zum
grazilen Schwan,
dem alle begeistert zu Füßen liegen. Filme mit diesem Inhalt sind
mittlerweile Legion, und auch die
Zutaten, mit denen Gary Marshall hier sein unscheinbares weibliches Nichts
zu einer süßen Schnitte
werden lässt, sind ziemlich altbacken: Teenager Mia (erinnert sicher nicht
zufällig stark an die junge
Julia Roberts: Anne Hathaway) wird eingangs gekennzeichnet durch eine
riesige Brille, wilde
Locken und etwas ungelenke Bewegungen. Das bleibt natürlich nicht so, denn
eines schönen
Tages steht die bisher unbekannte Großmutter (Julie Andrews) vor der Tür im
unordentlichen
Mutter-Tochter-Künstler-Haushalt in San Francisco und eröffnet dem
staunenden
Pubertätspudding, dass Mia die einzige wenn auch uneheliche Tochter des
jüngst verstorbenen
Herrschers eines fiktiven europäischen Königreichs namens Genovia ist. In
Windeseile werden nun
dem ungehobelten Teenie die passenden Flötentöne beigebracht, schließlich
steht der große
Hofball vor der Tür, zu dem Mia als Thronfolgerin erstmals der
Öffentlichkeit präsentiert werden soll.
Das erinnert in seiner ganzen reaktionären Auslegung stark an jüngst
vergangene Kassenerfolge
wie "Eine wie keine" oder "Miss Undercover". Hier wie dort ereilt die Mädels
erst dann das wahre
Glück in Leben und Liebe, als sie gelernt haben, die gesellschaftlich
erforderlichen Insignien der
Weiblichkeit wie gezupfte Augenbrauen, Stöckelschuhe und Tangoschritt in ihr
bis dato viel zu
burschikoses Dasein zu integrieren. Sitzt endlich die Wimperntusche, dann
klappt´s auch mit dem
Nachbarn.
Doch Marshall hat immerhin so zuckrige Offenbarungen wie "Pretty Woman" oder
"Die Braut, die
sich nicht traut" gedreht der Mann weiß also, wie er´s anstellen muss,
damit ihm die Zuschauer
auf den Leim gehen. Und siehe da, es funktioniert auch diesmal: Marshalls
clever durchdachtes
Rezept von Kitsch, Komik und Klischees geht auf wie Hefeteig im Ofen, und
schon erliegt man dem
rosaroten Charme dieser simplen Pygmalion-Variante für pubertierende
Mädchen. Gegen die von
Zuckerbäcker Marshall routiniert aufgefahrene geballte Ladung Schmalz ist
man nahezu machtlos.
Ein Stück Schwarzbrot nach Genuß ist aber unbedingt empfehlenswert.
infos über den film im internet: [ ploetzlich-prinzessin.de ]
kinostart: 20. dezember 2001
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 131 min
Original: The Princess Diaries
Darsteller:
Anne Hathaway, Hector Elizondo, Julie Andrews,
Regie:
Garry Marshall,
Drehuch:
Gina Wendkos,
Drehjahr: 2001 FSK: oA
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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<ug>
altbekannt, aber doch recht unterhaltend.
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nix besonderes, aber für kinder sicher ganz nett!
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