This Prison Where I Live
Die Macht des Wortes
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Treffen sich drei Männer. Einer kommt aus Großbritannien, einer aus den USA, einer aus Burma. Der Brite erzählt begeistert, dass ein Landsmann, dem beide Arme fehlten, kürzlich durch den Ärmelkanal geschwommen sei. Der Amerikaner versucht ihn zu übertrumpfen: 'Ein Bergsteiger aus den USA hat es ohne Beine sogar bis auf den Mount Everest geschafft. Da winkt der Mann aus Myanmar ab: 'Bei uns regiert seit vielen Jahren einer - ganz ohne Kopf!' Witze wie dieser waren es, die der Komiker Zarganar aus Burma öffentlich erzählte. Dafür wurde er 2009 zu einer Freiheitsstrafe von 59 Jahren verurteilt. Die verkürzte man inzwischen auf 35 Jahre. Nicht die einzige Willkür des burmesischen Militärregimes im Umgang mit Maung Thura, den unter seinem Künstlernamen Zarganar in Burma jeder kennt. Obwohl es mittlerweile im Land verboten ist, seinen Namen auszusprechen.
Trotz des Verbots, ausländischen Medien Interviews zu geben, traf sich Zarganar 2008 mit dem britischen Dokumentarfilmer Rex Bloomstein. Sie unterhielten sich in seiner Wohnung, im Auto, während einer Theaterprobe und auf den Straßen Ranguns. Bloomstein fängt mit seiner Handkamera das Charisma und den doppelbödigen Humor dieses ungewöhnlichen Mannes ein, der allein mit der Macht des Wortes gegen eine der langlebigsten Militärdiktaturen der Welt ankämpft.
Als der bayerische Comedian Michael Mittermeier, der sich seit langem für eine Myanmar-Stiftung einsetzt, von dem Projekt Bloomsteins hörte, war er sofort zur Mitarbeit bereit. Die Reise der beiden nach Burma, die in der Dokumentation 'This Prison Where I Live' neben den Aufnahmen Zarganars einen großen Raum einnimmt, gerät zum Höllentrip. Vom Geheimdienst beschattet, immer wieder verfolgt, verfliegt auch dem anfangs optimistischen Mittermeier bald die gute Laune. Ihr Film, der optisch und technisch der Drehbedingungen wegen sehr experimentell wirkt, ist unbedingt sehenswert. Nicht nur des Schicksals des bewundernswerten burmesischen Komikers wegen, an dem die ganze Welt Anteil nehmen sollte. Sondern auch, weil es Bloomstein gelang, einen Überwachungsstaat mit all seinem Terror und seiner unsichtbaren Brutalität greifbar nahe zu bringen.
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Ein absolut sehenswerter Film! Großartig!
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Michael Mittermeier kann mehr als alberne Witze reissen!
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[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Dokumentarfilm
länge: 90 min
Original: This Prison Where I Live
Darsteller:
Michael Mittermeier, Maung Thura,
Regie:
Rex Bloomstein,
Drehuch:
Rex Bloomstein,
Drehjahr: 2010 FSK: 12
Starttermin: 21.10.2010 [ Offizielle Website ]
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