Wortkarge Chefköchin führt in der Küche eines Spitzenrestaurants ein strenges Regiment. Bis sie durch den Tod ihrer Schwester, die Betreuung ihrer Nichte und einen neuen italienischen Kollegen erkennen muss, dass sie bis dahin zu sehr im eigenen Saft schmorte. Die Geschichte stammt aus der Feder von Sandra Nettelbeck, die in der charmanten Komödie 'Bella Martha' vor sechs Jahren auch Regie führte. Als 'Mostly Martha' war Nettelbecks Spielfilmdebüt auch in den USA ein Erfolg. Ein so großer, dass die US-Adaption nicht lange auf sich warten ließ. Martina Gedeck, die dem Remake-Regisseur Scott Hicks in der Rolle der perfektionistischen Meisterköchin augenscheinlich als zu spröde erschien, wurde durch Catherine Zeta-Jones abgelöst.
Die Der sich allen Schönheitsidealen widersetzende Sergio Castellito durch den bildhübschen Aaron Eckhart ersetzt, und Marthas innerer Konflikt, sich von einem Tag auf den anderen als Ersatz-Mutter bewähren zu müssen, erscheint in 'Rezept zum Verlieben' stark abgeschliffen.
Der kulinarische Aspekt des Films wurde deutlich den amerikanischen Gewohnheiten angeglichen. Weniger europäische Haute Cuisine oder Weine, dafür mehr T-Bone-Steak, Folienkartoffeln und Getränke mit Eiswürfeln. Insgesamt hat Hicks Nettelbecks Originalversion gründlich auf Hochglanz poliert. 'Rezept zum Verlieben' erreicht zwar nicht den Charme von 'Bella Martha', kann sich aber als geschönte und gefällige Adaption sehen lassen. Nur die authentische Sperrigkeit von Martina Gedeck, die die Figur der Martha mit all ihren Brüchen erst so spannend erscheinen ließ, fehlt der gelackten Catherine Zeta-Jones vollständig.