Das Tempo ist enorm. Die nicht mehr junge, allein erziehende Mutter Katie (Alexandra Lamy) wird vorgestellt. Im Schnelldurchlauf erlebt man ihren tristen Alltag mit. Ein neuer Kollege fängt an. Paco (Sergi Lopez). Dem schnellen Sex auf der Fabriktoilette folgt ein Abendessen, dann zieht Paco schon bei Katie und ihrer Tochter Lisa ein, dann ist schon das gemeinsame Kind auf der Welt. Ricky. Ein barockes Engelchen mit blonden Haaren und einem sonnigen Lächeln.
Es scheint, als ob Francois Ozon in seinem märchenhaften 'Ricky' erst jetzt, nach der Geburt des Babys, verschnaufen will. Die Kamera wird ruhiger, der Blick auf die Umgebung rund um Ricky scheint sich plötzlich wie bei einer Autofocuskamera scharf zu stellen. Mit einem Mal sieht man die Einsamkeit der kleinen Lisa, den herben Zug um Katies Mund und erkennt, wie das Lächeln langsam aus Pacos Gesicht verschwindet. Erst recht, als Katie ihn vor die Tür setzt. Ricky hat nämlich blaue Flecken am Rücken, und die können nur daherrühren, dass Paco den Kleinen misshandelt hat. Oder?
Natürlich dreht ein so phantasievoller Regisseur wie Ozon nicht einfach irgendein naturalistisches Sozialdrama. Bei Ozon wachsen dem Baby nämlich Flügel und mitten im Einkaufszentrum hebt Ricky ab zu seinem ausgedehnten Jungfernflug. Von nun an wird's erst richtig turbulent. Alle bisherigen Fährten des Drehbuchs laufen ins Nichts, und lauter neue Handlungsstränge tun sich auf. Aus dem Sozial- und Liebesdrama wird eine metaphernsatte Satire auf die moderne Mediengesellschaft. Es geht Ozon um Andersartigkeit und Ausgrenzung. Aber die Art, in der er diese schweren Themen präsentiert, ist so angenehm leicht, dass man die bittersten Pillen schluckt.
Infos über den Film & Trailer im Internet: [ rickylefilm.com ]
Kinostart: 14. Mai 2009
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Ein hervorragender Film, der überrascht, und mehr bietet, als man denkt!
Ein schöner Film mit vielen guten Ideen! Dennoch etwas sehr absurd, oder?