munichx.de - Stadtmagazin für München







   Kinoprogramm     Neu im Kino      Filmvorschau      alle Kinos      alle Filme      Filmarchiv
 deine bewertung |

Ruhm

Ruf doch mal an

>> Filminfos      >> Spielplan

Handy nennt man neudeutsch das kleine Zauberding, das seit fast zwei Jahrzehnten die Gesellschaft verändert hat. Wie sehr, wird einem bei mitteilungsbedürftigen Mitmenschen mit lauter Stimme jeden Tag erneut klar. Inzwischen murrt darüber niemand mehr. Satt dessen hört eben ein ganzer U-Bahn-Waggon oder ein Großraumabteil der Bahn schicksalsergeben zu. Als Daniel Kehlmann 2009 seinen um Mobiltelefone kreisenden Roman 'Ruhm' schrieb, waren dieselben genau genommen schon nichts Besonderes mehr im Alltag. Für den Ingenieur Ebeling bei Kehlmann dagegen schon. Denn der farblose Computerfachmann erhält mit dem Gerät auch gleich ständig Anrufe von Menschen, die er nicht kennt. Bei einer anderen Romanfigur, dem bekannten Filmstar Ralf Tanner, klingelt es dagegen nicht mehr. Und der Mann beginnt, sich an der ungewohnten Freiheit jeglicher Verpflichtungen zu erfreuen.
Daniel Kehlmann erzählt in seinem Roman von neun Personen, die alle in irgendeiner seltsamen Abhängigkeit vom Handy existieren. Sei es für den Moment, für eine Reise, für eine Affäre oder für immer. Etwaige Querverbindungen zwischen den einzelnen, verästelten und komplex aufgebauten Episoden musste der Leser selbst entdecken.

Das ist in der Adaption von Isabel Kleefeld anders. In ihrem Film sind die Geschichten dichter miteinander verwoben. Die Dramaturgie ist sehr geradlinig, die Geschichten treten abwechselnd in den Vordergrund und werden parallel zu Ende geführt. Das nimmt manchen Ideen die beklemmende Intensität, die sich im Roman einstellte. Beispielsweise der Handlungsstrang von der erfolglosen Schriftstellerin Maria Rubinstein, die in einem postkommunistischen Land jeglicher Insignien der Zivilisation beraubt wird. Gabriela Maria Schmeide gelingt es jedoch durch ihr grandioses Spiel, den Extrakt von Kehlmanns Buch, das Spiel mit den bürgerlichen Phobien, auf andere Weise herauszustellen.
Kleefelds Inszenierung ist visuell zwar mitunter wenig innovativ. Ihre Schauspielerführung dagegen ist sehr sensibel und umsichtig: Senta Berger ist gewohnt souverän. Aber Heino Ferch sah man selten so facettenreich und schillernd wie hier. Ebenso selten agierte Justus von Dohnanyi derart zurückgenommen wie als Biedermann Ebeling.

<uf>

Diese Filmkritik weiterempfehlen ]

genre: länge: min Original: Darsteller: Regie: Drehuch: Drehjahr: FSK: Starttermin: Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [  im kinoprogramm ]

Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film




  Kino- & Filmsuche  
 
Originalfassung - OmU ] [ Kinderfilme ]
Liebesfilme ] [ Komödien ] [ Actionfilme ] [ Thriller & Krimis ] [ Musikfilme ]
Drama & Filmkunst ] [ Horrorfilme ]
 


seite weiterempfehlen deine bewertung

© munichx.de -

Impressum

Datenschutzerklärung

Hier klicken um die Seite ohne Google Analytics zu nutzen


  Kino- & Filmsuche  
 
Originalfassung - OmU ] [ Kinderfilme ]
Liebesfilme ] [ Komödien ] [ Actionfilme ] [ Thriller & Krimis ] [ Musikfilme ]
Drama & Filmkunst ] [ Horrorfilme ]
 




  Google-Anzeigen