Als achtjähriges Mädchen wird Kiyoha von ihren Eltern verkauft. In einem angesehenen Bordell in Edo, dem heutigen Tokio, soll das Bauernmädchen zu einem prachtvollen Diamanten geschliffen werden und als Geisha arbeiten. Bald schon wird die eigenwillige, störrische Göre die arroganteste, aber auch begehrteste Schönheit des Vergnügungsviertels Yoshiwara. Fortan kämpft sie einen einsamen Krieg gegen die neidischen Konkurrentinnen und um die Gunst eines Mannes, der die Kurtisane aus ihrem eintönigen Dasein freikauft.
Die Geschichte vom japanischen Freudenmädchen, das auf die große Liebe hofft, kennt man aus Arthur Goldens Roman 'Die Geisha' und der dazu gehörigen Verfilmung von Rob Marshall. Die Handlung ist in dem auf einem Manga beruhenden 'Sakuran - Wilde Kirschblüte' nur geringfügig variiert, die Inszenierung jedoch unterscheidet sich stark von dem bekannten Asia-Rotlicht-Kitsch.
Regisseurin Mika Ninagawa gibt das 18. Jahrhundert nicht historisch exakt wieder, sondern durch den Filter der Popkultur. Die Musik ist modern und laut, die Erotik sehr explizit und die Farben wirken knalliger und schriller als in vergleichbaren Produktionen. Die scheinbare Romantik der Geisha-Kultur bricht Ninagawa durch die Verwendung von Swing-, Jazz- oder Punkmusik und deutlich der Werbeästhetik verpflichteten Kamerafahrten.
Letztlich erinnert der bewusste Stilbruch an Sofia Coppolas 'Marie Antoinette'. Ganz so feinsinnig in den Andeutungen ist Ninagawa allerdings noch nicht. Der logische Bruch, dass sich Kiyoha nicht korrumpieren lassen will und dennoch in vielen Szenen bereits als von ihrer Gesellschaft manipulierte und gebrochene Figur erweist, stört.