Sass - Die Meisterdiebe
Der Weg zum Erfolg...
Berlin
in den Zwanziger Jahren: Die Brüder Franz (Ben Becker) und Erich
Sass (Jürgen Vogel) sind in Geldnöten, die kleine Autowerkstatt
der beiden wirft kaum etwas ab. Um ihre Steuerschulden begleichen
zu können, dringen sie nachts ausgerechnet ins Landesfinanzamt ein
und knacken dort den Tresor. Diese Aktion ist der Beginn einer beispiellosen
Karriere: Innerhalb weniger Monate avancieren die beiden zu DEN
Einbrecherkönigen Berlins – und die Polizei kann ihnen nie etwas
nachweisen. Die Bevölkerung ist begeistert, da die Brüder in Robin
Hood-Manier ihre Beute gerne mal gleich nach dem Bruch verteilen.
Dunkle Wolken ziehen erst am Himmel auf, als sich Franz unsterblich
in die verheiratete Jüdin Sinja Weiss (Jeannette Hain) verliebt
und die immer massiver auftretenden Nationalsozialisten gegen "Gesindel"
wie das clevere Panzerknacker-Duo vorgehen wollen...
"Sass
– Die Meisterdetektive" von Regisseur Carlo Rola ist eine farbenprächtige
Reise zurück in die Wilden Zwanziger. Die sind allerdings bei Rola
arg verklärt. Was auf der einen Seite den Vorteil hat, dass die
Kostüme üppig und die Dekors erlesen sind, andererseits ist aber
der historische Hintergrund nur Folie für Rolas Bruder- und Liebesgeschichte,
und tagespolitische Ereignise wie die marodierend durch die Straßen
ziehenden Mitlieder der erstarkenden NSDAP erscheinen nur als Fußnote.
Dieses seltsam frisierte und geschönte Geschichtsbild erinnert an
Vilsmaiers verklärte Vergangenheitsbewältigung, die ebenfalls nicht
immer ganz der Realität entsprach, aber letztlich auch nur einen
Anspruch erhob: hübsch ansehnlich zu sein. Das ist auch Carlo Rola
bei "Sass – Die Meisterdiebe" gelungen: Jeder Misthaufen in der
Ecke scheint handsortiert, und die Armut hat immer auch ihre pittoresken
Seiten – vor allem im Bordell. In Wirklichkeit wurden die Brüder
1940 im KZ Sachsenhausen erschossen – Rola bereitet ihnen in seinem
Film einen etwas heldenhafteren, aber gleichzeitig auch scheußlich
pathetischen Abgang. Bei aller Mäkelei an den offensichtlichen Schwachstellen
des Films: Die darstellerischen Leistungen sind durchweg exzellent:
Ben Becker spielt einmal nicht sich selber, und Jürgen Vogel hat
als naiver, aber technisch äußerst raffinierter Gauner ohnehin die
besten Bonmots. Nebenbei skizziert Rola, wenn auch mit recht dicken
Pinselstrichen, ein farbenprächtiges und sehr glaubwürdiges Bild
von einer Familie, in der Liebe und Leid, Treue und Verrat immer
dicht beieinander lagen.
infos über den film im internet: [ knack-den
safe .de ]
kinostart: 27. september 2001
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 112 min
Original: Sass - Die Meisterdiebe
Darsteller:
Ben Becker, Jürgen Vogel, Karin Baal,
Regie:
Carlo Rola,
Drehuch:
Uwe Wilhelm,
Drehjahr: 2000 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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<ug>
ein guter film, der das berlin der zwanziger vor augen führt,
wenn auch nicht immer ganz richtig!
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wirklich spannend und unterhaltend, aber für mich etwas
zu aufwendig aufgezogen, die ganze szenerie!
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