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Snow Cake

Eine traurige Geschichte

Snow Cake, Kino, Kinoprogramm, München Es gibt Geschichten, die klingen so traurig, dass man sich eine Verfilmung gar nicht vorstellen mag. Zum Beispiel diese hier: Alex Hughes (Alan Rickman), ein Brite fortgeschrittenen Alters und mit einem dunklen Geheimnis beladen, beklagt seinen kürzlich verstorbenen Sohn. In einer kanadischen Autobahnraststätte lernt er eine junge Tramperin namens Vivienne (Emily Hampshire) kennen und nimmt das lebhafte Mädchen schließlich in seinem Wagen mit. Doch bei einem schrecklichen Autounfall kommt Vivienne ums Leben. Alex macht sich auf den Weg zu deren Mutter Linda. Um ihr in ihrem Kummer beizustehen? Um ihr bei den Formalitäten und der Beerdigung zu helfen? Oder um selbst Trost zu finden? Alex weiß es nicht, und auch der Zuschauer bleibt angenehmerweise im Unklaren. Als sich die Tür von Lindas Haus öffnet, ist sowieso alles mit einem Schlag anders. Denn Linda (Sigorney Weaver) ist Autistin. Sie lebte mit der erwachsenen Tochter alleine, kann im Alltag auch für sich sorgen, ist ansonsten aber schwer verhaltensgestört. Sie hat einen Putz- und Ordnungstick und verhält sich weite Strecken des Tages über wie ein etwa fünfjähriges Kind. Mit dem Tod der Tochter geht sie ihrer Krankheit gemäß sehr pragmatisch um. Trauer kann sie nicht empfinden. Sie beklagt nur, dass Vivienne ihr nicht helfen kann, den Müll vor die Tür zu stellen oder einen langen Winterabend mit Scrabblespielen auszufüllen. Der traumatisierte Alex ist von Lindas nüchterner Art, mit diesem Schicksalsschlag umzugehen, anfangs entsetzt. Bis er erkennt, dass er von dieser Frau viel lernen kann. Deswegen bleibt er erst einmal, stellt den Müll vor die Tür und leistet Linda beim Trampolinspringen und Scrabble Gesellschaft.

Snow Cake, Kino, Kinoprogramm, München Der Film, den Marc Evans aus diesem von Trauerflor umwehten Plot geschaffen hat, ist aller Tragik zum Trotz voll sanfter Heiterkeit. Melancholisch zwar, aber auch von einer großen Lebensfreude. Das Kennenlernen von Alex und Vivienne sowie die ersten Szenen zwischen Alex und Linda sind von einer hohen, punktgenau inszenierten und absolut kitschfreien Intensität. Berührende, dramatische und einfach nur komische Momente wechseln sich in einer sehr organischen Mischung ab. Mit der Zeit krankt Evans' Film jedoch an seinem extrem zerdehnten Erzählfluss. Natürlich ist ein derartiges Kammerspiel nicht mit rasanten Reißschwenks oder grellen Regieeinfällen zu bebildern. Dazu ist 'Snow Cake' von der ersten Minute an zu deutlich als klassischer Schauspieler-Film inszeniert. Evans setzt sehr ausschließlich auf die Strahlkraft seiner zwei tragischen Gestalten im Mittelpunkt des minimalen Geschehens, auf Rickmans mokant hochgezogene Augenbraue und auf Weavers vor kindlicher Freude kugelrund aufgerissene Augen. Das geht gut, solange es noch einen Hauch Handlung gibt. Danach wird 'Snow Cake' leider zur poetisch angehauchten Phrasendreschmaschine degradiert. 'Ich weiß alles über Autismus', plappert eine Nachbarin von Linda. 'Ich habe schließlich 'Rain Man' gesehen.' Evans weiß ebenfalls, dass seinem Publikum die Bilder von Dustin Hoffman als autistischen Bruder von Tom Cruise bekannt sind - und spielt geschickt damit. Weavers Linda hat mit Raymond Bobitt wenig gemein. Ticks und Macken gibt es auch hier in Hülle und Fülle, aber Evans überzeichnet die Krankheit nicht so stark wie Barry Levinson. In 'Snow Cake' ist der Autismus keine absolute Ausnahme, verhindert nicht ein recht normal erscheinendes Alltagsleben der Kranken. Eine eigenständige Entwicklung aber hat die Figur der Linda nicht. Das ist die Crux bei derartigen Rollen, von 'Rain Man' über Russel Crowe als Mathematiker mit paranoider Schizophrenie in 'A Beautiful Mind' bis hin zu 'Iris' mit Judi Dench als Alzheimer-Patientin. Einen Oscar gibt's immer für die 'großartige darstellerische Authentizität'. In Wirklichkeit aber bleiben alle diese Charaktere ohne jede Entwicklung, einfach nur Papier.

Kinostart: 02. November 2006

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Ein trauriger Film, der besonders auf der schauspielerischen Seite viel zu bieten hat! Doch für einen heiteren Kinoabend ist er nichts!

sys-co sagt: e-bert sagt:

Die Schauspieler sind großartig, aber der Stoff ist mir zu düster! Außerdem fand ich ein paar Sachen einfach unlogisch!

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genre: Drama länge: 113 min Original: Snow Cake Darsteller: Alan Rickman, Sigourney Weaver, Carrie-Ann Moss, Snow Cake Regie: Marc Evans, Snow Cake Drehuch: Angela Pell, Drehjahr: 2005 FSK: 6 Starttermin: Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Snow Cake im kinoprogramm ]

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