Der Mann kennt sich aus mit Trickbetrügern. 2005 drehte Alexander Adolph eine Dokumentation über vier Hochstapler. Deren Geschichten finden sich jetzt in vielen Szenen von Adolphs Spielfilm 'So glücklich war ich noch nie' wieder. Auch manche Sätze, die Devid Striesow als unverbesserlicher Berufslügner Frank Knöpfel von sich gibt, stammen aus den Interviews, die der Filmemacher damals führte. 'Man ist doch nie gleich, man ist doch ständig jemand anderes', ist einer davon. Da versucht Frank bereits, der Prostituierten Tanja (Nadja Uhl), in die er sich verliebt hat, seine Weltsicht zu erklären. Beide verkaufen Illusionen, und dank der ausgefeilten Bildersprache Adolphs genügen kurze Dialoge, um die zahlreichen Parallelen aber auch die immensen Unterschiede zwischen beiden aufzuzeigen.
Denn Tanja wartet, obwohl abgehärtet von den eisigen Schauern des Lebens, insgeheim noch immer auf den Märchenprinzen. Der würde Frank gerne sein. Aber sein krankhaftes Geltungsbewusstsein, seine flatterhafte, schwankende Art zerstören immer wieder die Momente zarten Liebeswerbens. Und nicht nur das. Adolph illustriert in seiner Tragikomödie sehr subtil und eindringlich die innere Zerrissenheit des notorischen Betrügers, der einfach nicht anders kann, als sich das Dasein aufregender zurechtzulegen, als es ist. Man muss nur zusehen, wie Frank, frisch aus dem Knast entlassen und bei einer Putzkolonne eingestellt, den Fußboden eines Büros wischt. Wie er anfangs wie sein Chef es wünscht in stupiden Vorwärtsbewegungen zu schrubben beginnt. Wie er dann immer weiter mal nach links, mal nach rechts ausreißt, bis er den Boden schließlich in wilden Kreisen fertig gewienert hat. .