Spun
Drei Tage im Leben einiger Junkies
Musik-Video-König Jonas Akerlund, der mit seinen spektakulären Clips für Pop-Ikone Madonna berühmt wurde, verfilmt in seinem ersten
abendfüllenden Kinowerk das triste Dasein einiger amerikanischer Jugendlicher zwischen Metamphetamin und Überdosis.
Im Gegensatz zu thematisch ähnlich gelagerten Filmen wie "Trainspotting" steht hier keine Figur im
Mittelpunkt, und kein Charakter wächst einem im Laufe der 100 Minuten wirklich ans Herz. Dennoch ist
"Spun" ein genial komponierte, spannende und schockierende Satire, die den
Zuschauer mit ihrem Tempo und ihren aberwitzigen Schnitten und Kamerafahrten unweigerlich in den Bann
zieht. Akerlund erweist sich als Meister der absurden Komik. Er beobachtet seine Figuren, als ob sie
seltsame Insekten wären, die unter seiner Lupe verzweifelt um ihr Leben strampeln. Und schnell wird klar, warum
der gescheiterte Jura-Student Ross (Jason Schwartzman) und seine Freunde Cookie (Mena Suvari), Nikki
(Brittany Murphy) oder Frisbee (Patrick Fugit) keine wirkliche Geschichte haben, die sie kennzeichnet: Im
Angesicht von Speed, Koks, Heroin oder Ecstasy wird alles andere belanglos. Niemand interessiert sich mehr für
die Umwelt, für die Familie oder die Freunde - alle hocken nur noch stumpfsinnig zusammen und spielen
Videospiele oder glotzen Wrestling-Shows im Fernsehen.
Das Leben ist nicht mehr komplex, sondern nur noch mit Crack angefüllt. Diesem alles andere erstickenden Sog der Drogen kann sich keiner der Clique
wirklich entziehen. Akerlund bebildert "Spun", der visuell einem gedehnten Drogenrausch
entspricht, mit ausgeblichenen, wie verwaschen wirkenden Farben, hektischen Bildfolgen und originellen
Zeichentrick-Sequenzen. Das wirkt immer authentisch und der Stimmung der Protagonisten angemessen - moralisch
hochwertig ist "Spun" jedoch in keiner Minute. Sehenswert aber auf alle Fälle!
infos über den film im internet: [ spunthemovie.de ]
kinostart: 07. august 2003
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 96 min
Original: Spun
Darsteller:
Jason Schwartzman, Britany Murphy, Mickey Rourke,
Regie:
Jonas Akerlund,
Drehuch:
Will De Los Santos, Creighton Vero,
Drehjahr: 2002 FSK: 16
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Sehr abgedrehte und saukomische Satire! |
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Visueller Drogentrip mit Lachgarantie!
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