Die grobe Handlung klingt vertraut: Wie in der britischen Stripperkomödie 'Ganz oder gar nicht' finden sich in Maggie Perens Regiedebüt fünf arbeitslose Männer jeden Alters zusammen und ersinnen eine unkonventionelle Möglichkeit des Geldverdienens. Diesmal ist es ein Begleitservice für Damen. Der kuriose Einfall, aus einer Notsituation heraus geboren, entwickelt schnell ein Eigenleben.
Zwei Figuren des Quintetts stehen im Mittelpunkt der Handlung: Die Freunde Frank (Florian Lukas) und Gy (Sebastian Bezzel) fungieren als clever installierte Antipoden. Während der Softie Frank seinen Job bei einer Frauenzeitschrift verliert und deswegen zuhause der berufstätigen Freundin bis zur nahenden Trennung staubwischend und kochlöffelschwingend auf den Geist geht, ist der Polizeibeamte Günther, der sich gerne Gy nennen lässt, das exakte Gegenteil. Sobald seine Kollegin den Streifenwagen fährt, windet sich der Macho in Krämpfen. Frauen sind zum Kochen, Putzen und zur Linderung leiblicher Nöte da. Die sich anschließenden Konflikte sind zwar dramaturgisch konventionell arrangiert, aber flott und mit charmantem Witz inszeniert. Beide reifen natürlich komödiengerecht und am Ende klappt's dann auch mit den Nachbarinnen. Das ist nett anzusehen, aber vom Plot her einfach glatt gestrickt.
Ein weitaus spannenderes, vielschichtigeres Strickmuster weisen dagegen zwei der weiteren Kerle der 'Deutschen Feinkost zum Anfassen', wie sie ihre Internetseite nennen, auf. Herbert Knaup als gebrochener, gescheiterter Anzugträger, der sich mit seinem Hartz IV-Status nicht abfinden kann. Gustav-Peter Wöhler als auf den Konkurs wartender Feinkostgeschäft-Besitzer, der noch jeden Morgen ein üppiges Mittagsmenü kocht und abends die leckeren Spezereien wegwerfen muss. Da blitzt plötzlich die Realität durch und verleiht dieser sympathisch-liebenswerten Komödie für ein paar Szenen eine sehr berührende, melancholisch durchwirkte Glaubwürdigkeit.