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Terminal

Ein Leben auf dem Flughafen

Terminal, Kino, Kinoprorgamm, München Zu den Orten, an denen niemand gerne länger verweilt als unbedingt nötig, gehört mit Sicherheit auch die Abflughalle eines Flughafens. Aber genau in einer solchen bleibt Viktor Navorski (Tom Hanks) aus dem fiktiven osteuropäischen Kleinstaat Krakosia hängen. Nicht nur für ein paar Stunden, sondern für viele Wochen. Denn während er im Flugzeug gen New York saß, wurde sein Staat durch einen Militärputsch von der Landkarte getilgt. Die pingeligen Beamten am JKF-Airport befinden, dass Viktor nicht als Staatenloser in die USA einreisen darf. Nach Hause kann er aber auch nicht mehr ohne gültigen Reisepass. Also bleibt der Emigrant wider Willen im Terminal für Internationale Abflüge sitzen. Anfangs ist es ihm, der kaum einen Brocken Englisch spricht, gar nicht möglich, die Tragweite seines persönlichen Dramas zu begreifen. Erst nach Tagen, als seine Verzehrgutscheine ebenso aufgebraucht sind wie seine Geduld, wird Viktor aufmüpfig.
Ein Film über einen, der auszog, eine Welt zu erobern, und plötzlich in einer Wartschleife gefangen ist, könnte eine Tragödie werden, die viel über Politik, Menschenwürde, Komplexe und amerikanische Traumata aussagt. Steven Spielberg hat sich für eine Komödie entschieden. Das birgt viele heitere, witzige Momente. Doch irgendwann rutschen die Darsteller zu oft auf dem blank gewienerten Steinboden der Abflughalle aus. Das Timing, die Kameraführung und die Choreographie, in der sie es tun, sind allerdings Spielberg-typisch perfekt.

Terminal, Kino, Kinoprorgamm, München Es mag übertreiben sein, einem Spielfilm seine inszenatorische Makellosigkeit vorzuwerfen. Aber in „Terminal“ geht diese Exaktheit und Ausgewogenheit, für die Spielbergs Name nicht erst seit „Schindlers Liste“ und „Soldat James Ryan“ steht, deutlich auf Kosten eines alles umfassenden Spannungsbogens. Irgendwann wird man beim Zusehen der vielen kleinen, hübsch ausgedachten Episoden rund um den Gestrandeten überdrüssig. Wie er sich mit dem Flughafenpersonal anfreundet und allmählich zum Maskottchen des gesamten Terminals wird, wie er die Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones) umschwärmt und sich mit zahllosen Spielchen die Zeit inmitten des turbulenten Flughafentreibens verkürzt. Zudem verpulvert Spielberg seine besten visuellen, doppelbödigen Gags bereits in der ersten Hälfte des Films. Danach kommt nur noch Rührseligkeit und bombastische Musikuntermalung, die jeden Funken Wahrhaftigkeit in dieser kraftlosen Gesellschaftsparabel zukleistert.
Einen aus der Hektik Herausgefallenen zu zeigen, der umgeben ist von Menschen in höchster Eile, das hat durchaus seinen Reiz. Noch dazu, wenn die Handlung wie in diesem Fall auf einer wahren Begebenheit basiert. Doch Spielberg geht in seiner Interpretation nie über die bloße Nacherzählung des Schicksals von Viktor beziehungsweise seinem realen Vorbild, einem Iraner, der seit 1988 auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle lebt, hinaus. Auch Tom Hanks, der gute Mensch von Hollywood, riskiert in seinem Spiel keinen Bruch. Ihm gelingt es nicht, den ambivalenten Seelenzustand Viktors glaubhaft zu erklären. Er bildet einen naiv-freundlichen Mann ab, der sich die Zeit vertreibt. Von Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Zerrissenheit keine Spur. Alles an und um Viktor herum ist in seiner Liebenswürdigkeit geradezu erschütternd harmlos, ohne jede Konsequenz. Und so ist „Terminal“ insgesamt auch nur so interessant, als würde man am Flughafen vor dem Start zwei Stunden lang die Mitreisenden beobachten.

kinostart: 07. oktober 2004

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genre: Liebesfilm, Tragikomödie länge: 129 min Original: The Terminal Darsteller: Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Terminal (2004) Regie: Steven Spielberg, Terminal (2004) Drehuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson, Drehjahr: 2004 FSK: oA Starttermin: Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Terminal (2004) im kinoprogramm ]

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Schade! Spielberg hat die Tragweite dieses Schicksals nicht darstellen können. Dieser Film sollte mehr sein, als eine Komödie um einen schrulligen Mann!

sys-co sagt: e-bert sagt:

Wenn sie nicht wahr wäre, würde diese Story niemand glauben. Doch leider fehlt dem Film die nötige Tiefe, die Navorskis Zustand beschreiben könnte!




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