The Deep End
Trügerische Stille
"The Blank Wall" von Elisabeth Sanxay Holding war ein Lieblingsbuch Alfred
Hitchcocks. Bekannt
wurde der Thriller damals in den Vierzigern dennoch nicht, und erst jetzt
hat das für Regie und
Drehbuch verantwortliche Duo Scott McGehee und David Siegel das Werk aus der
Versenkung
geholt. Wie schon in der Romanvorlage dreht sich die Leinwand-Adaption "The
Deep End -
Mörderische Stille" um die Frage: Was würde eine Mutter tun, um das Leben
ihrer Kinder zu
schützen? Die Antwort ist simpel: Alles. Und dabei kann man Margaret Hall
(Tilda Swinton) 101
Minuten lang gebannt zusehen.
Margarets Leben ist geregelt bis zur Langweile: Sie lebt mit ihren drei
Kindern in einem Haus direkt
am Lake Tahoe. Die Ehe befindet sich im gemächlichen Trott der
jahrzehntelangen Gewöhnung,
was aber nicht weiter stört, da ihr Mann als Marineoffizier ohnehin selten
zuhause ist. Dieses
gemächliche Idyll wird jäh beendet und die perfekte bürgerliche Fassade
zerspringt, als Margaret
entdeckt, dass ihr siebzehnjähriger Sohn Beau (Jonathan Tucker) sich in
zwielichtigen
Homosexellen-Kreisen herumtreibt. Besonders Beaus neuer Freund Darby, ein
brutaler Barbesitzer
aus Reno, ist ihr ein Dorn im Auge. Sie verweist ihn des Hauses und findet
seine Leiche am
nächsten Morgen im Garten.
Für Margaret ist völlig klar, dass ihr Sprößling Darby umgebracht hat, und
sie beseitigt heimlich die
Leiche. Das Problem scheint gelöst, bis der undurchsichtige Erpresser Alek
Spera (Goran Visnjic)
auftritt. Der will anfangs ein nicht zu knappes Endgeld für sein Wissen um
die Abgründe ihres
Söhnchens, verliebt sich dann aber in die wacker um ihr trautes
Familienglück kämpfende Hausfrau.
Die zarte, melancholische Romanze stellt auf den ersten Blick nur eine
Nuance dieses überaus
spannenden, in elegante Bilder gegossenen Suspense-Thrillers dar. Eigentlich
ist sie jedoch im
wahrsten Sinne das Herzstück des Films: Da finden sich zwei vom Leben
Verwundete und
Enttäuschte zu ein paar Sekunden flüchtigen Glücks. Am falschen Ort, zur
falschen Zeit. Und die
Intensität, mit der die großartige Tilda Swinton und der bislang vor allem
als Schönling aus
"Emergency Room" bekannte Visnjic dieses Zusammentreffen spielen, nimmt
einem fast den Atem.
Hitchcock hätte seine Freude daran gehabt.
infos über den film im internet: [ thedeepend.de ]
kinostart: 21. februar 2002
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama, Thriller
länge: 101 min
Original: The Deep End
Darsteller:
Tilda Swinton, Goran Visnjic, Peter Donat,
Regie:
Scott McGehee,
Drehuch:
Scott McGehee,
Drehjahr: 2001 FSK: 12
Starttermin: 21.02.2002 [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ The Deep End - Trügerische Stille im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
<ug>
hitchcock wurde diesen film genauso lieben wie ich!
|
 |
|
ein guter stoff und auch tilda swinton macht eine gute figur!
|
|