The Missing
Der neue Western
Der Western, letztlich die amerikanische Variante des Heimatfilms, feiert seit einiger Zeit ein erstaunliches Comeback. Die Geburt der amerikanischen Nation wird seit dem 11. September 2001 gerne neu beschworen. Die jüngst entstandenen Filme sind allerdings kaum noch vergleichbar mit Klassikern des Genres. John Wayne hat längst das Pferdehalfter an die Wand gehängt, John Ford und Sam Peckinpah haben abgesattelt.
„The Missing“ von Ron Howard („Beautiful Mind“) hat nichts mehr zu tun mit dem romantisch verklärten Bild über die Gründerzeit der Vereinigten Staaten. Statt dessen bedient sich Howard in seinem unkonventionellen Spiel mit den bekannten Mythen eines Regiestils, der mehr an den italienischen Neorealismus erinnert als an seine blitzsauberen Vorgänger mit der klaren Aufteilung der Charaktere in Gut und Böse. Hier vermischt sich alles: In einem von jeher sehr männlich dominierten Western steht diesmal eine Frau im Mittelpunkt. Maggie Gilkeson (Cate Blanchett), die Heldin des Films, ist aber kein zartes Ideal für schwärmerische Liebesbezeugungen vagabundierender Cowboys. Das Leben auf ihrer Farm in New Mexico Ende des 19. Jahrhunderts hat sie hart gemacht. Allein mit ihren beiden Töchtern kämpft sie sich durchs Dasein, und so gibt die in früheren Filmen so elfengleiche Blanchett hier die wild um sich schlagende und schießende Amazone des Wilden Westens.
Auch die Indianer sind nicht mehr das, was sie zu Winnetous Zeiten waren. Versoffenes Pack, das marodierend durch die Prärie zieht und von einem mit magischen Kräften begabten Psychopathen angestachelt wird, der Kleinfamilie Maggies Leid anzutun. Die Soldaten sind nicht besser, und ihr eigener Vater (Tommy Lee Jones), der vor vielen Jahren Maggies Mutter im Stich ließ, um fortan mit einer Indianerin zusammenzuleben, ist ebenfalls nicht gerade ein Ausbund an Vertrauenswürdigkeit.
Der Regisseur spielt mit den Erwartungen des Zuschauers, der immer wieder auf eine Orientierungshilfe wartet, wer um Himmels Willen nun der Gute ist. Vergeblich. Howard zeichnet in dieser grandios fotografierten und exzellent geschnittenen Mischung aus Westerndrama und Familientragödie ein spannungsreiches Panorama, das ohne Sentimentalität, Cowboykitsch und Lagerfeueridylle auskommt.
infos über den film im internet: [ the-missing.de ]
kinostart: 12. februar 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama, Western
länge: 137 min
Original: The Missing
Darsteller:
Tommy Lee Jones, Cate Blanchett, Evan Rachel Wood,
Regie:
Ron Howard,
Drehuch:
Ken Kaufman,
Drehjahr: 2003 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Eine ganz neue Art von Western, die vieles neu definiert!
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Ein Western, der nichts mit John Wayne zu tun hat. ganz interessant!
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