Der Held hat ausgedient. Nach vielen Jahren der Verbrecherhatz und Jungfrauenrettung will der Mann endlich das tun, was ihm Spaß macht: Fischen. Sylvester Stallone und Uwe Boll haben es in ihren jüngsten Filmen exerziert, nun ist Frank Martin (Jason Statham) zu Beginn von 'Transporter 3' mit der Angel in der Hand zu sehen. Mit der besinnlichen Muße beim Anblick der munter springenden Fischlein ist es erwartungsgemäß rasch vorbei. Denn ein Kampfgenosse früherer Tage verlangt nach Hilfe, und schon steckt Martin wieder mitten drin im Schlamassel. Kugeln pfeifen, Motoren röhren, Fäuste fliegen, Füße treten, eine junge ukrainische Schönheit bangt um ihr Leben.
Regisseur Olivier Megaton weiß, was er den Fans der Klopper-Filme schuldig ist und täuscht mit schwindelerregend viel Action über so manches Logikloch hinweg.
Der ehemalige Profisportler Statham hat als 'Transporter' die Rolle seines Lebens gefunden. Mit unbewegter Mine rauft und rangelt er sich von einer Oben-ohne-Szene zur nächsten. Dass er diesmal deutlich mehr Herz zeigt, erinnert an den letzten 'James Bond': Da durfte Daniel Craig auch einen ganzen Film lang seiner verlorenen Herzdame hinterher greinen. Ein neues Bild des Kinohelden zeichnet sich ab. Weicher, aber auch durchtrainierter als je zuvor: Faust in der Tasche, Träne im Auge, Sixpack unterm Smokinghemd.