Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken
Vom Sachbuch zum Kinofilm
Erinnern erwünscht! Leander Haussmann schickt den Zuschauer in seiner Komödie 'Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können' auf eine Zeitreise in die Siebziger. In die selige Phase der chrombeleisteten Cabrios, knallbunten Lurexpullis, groß gemusterten Tapeten, der Flokatiteppiche und der Kerle mit langem Fusselhaar. Haussmann dreht sich aber nicht nur bezüglich Kostüm und Ausstattung die Uhr 30 Jahre zurück. Die gesamte Dramaturgie erinnert an die Aufklärungsstreifchen Oswald Kolles. Da wurden Thesen aufgestellt, die man in Spielszenen illustrierte. War damals ein enormer Erfolg. An den möchte die Constantin im neuen Jahrtausend anknüpfen.
Das gelingt auch. Leidlich. Problematisch ist allein die Tatsache, dass als Drehbuchgrundlage für 'Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können' das Sachbuch gleichen Titels von Barbara und Allen Pease diente. In diesem Bestseller werden die Konflikte zwischen den Geschlechtern durch steinzeitliche Verhaltensmuster erklärt. Für ein populär gehaltenes Sachbuch recht amüsant. Als Plot für einen Spielfilm aber wenig geeignet.
Den Drehbuchautoren Rochus Hahn und Alexander Stever gelingt es nicht, sich sinnvoll von der Struktur der Vorlage zu lösen. Zusammenhängende Handlung entsteht selten. Die gab es bei den Kolle-Filmchen auch nicht. Doch da diente ohnehin anderes als roter Faden.
Hier verlegte man sich auf Zeitsprünge in die Steinzeit, die noch dem unaufmerksamsten Zuschauer verdeutlichten, dass Jan alias Benno Fürmann gerade triebgesteuert handelt. Das kennt man aber mindestens seit 1981 - aus 'Caveman' mit Ringo Starr.
Doch Haussmann, der zahllosen Klassikern auf der Theaterbühne mit viel Phantasie neue Impulse verliehen hatte, beweist sogar bei diesem misslungenen Drehbuch noch sein kreatives Potential. Und rettet damit das ganze Projekt. Das Timing der Gags ist exzellent, manche Einfälle und Charakterzeichnungen bestechen durch ihre Originalität, und Kamera wie Soundtrack lassen Haussmanns tiefe Liebe zu den quietschbunten, lebenslustigen Siebzigerjahren erkennen.