Poppy (Emma Roberts) hat alles: Papas Kreditkarte, Designerklamotten, gut aussehende Freunde und den größten Pool von Malibu. Dass Poppy aber eigentlich ein armes kleines Mädchen ist, wird in wenigen Szenen klar. Nach dem Tod der Mutter zwei Jahre zuvor ist dem Vati die Erziehung des aufmüpfigen Teenagers entglitten. Letzte Rettung: Ab ins Internat nach England, wo schon ganz andere Rohdiamanten zu Edelsteinen geschliffen wurden. Poppys Ankunft gestaltet sich, als ob Paris Hilton für ein paar Nächte in Hogwarts absteigen würde. Aber natürlich werden Poppy die Flausen bald ausgetrieben, die Liebe zu britischem Nieselregen, Understatement sowie zu den männlichen Landesbewohnern hingegen mehr oder weniger subtil eingetrichtert.
Die romantisch überzuckerte Familienkomödie 'Wild Child' bietet so gut wie keinen überraschenden Handlungsmoment. Manche Standardsituation des klassischen Internats- oder High School-Films wird nachgestellt, und bis auf einige recht originelle Gags waren Drehbuchautorin Lucy Dahl und Regisseur Nick Moore mehr damit beschäftigt, Bekanntes erneut abzubilden als Neues zu ersinnen. Die Darstellerriege jedoch ist hoch motiviert am Werk und tröstet über viele Stereotypen hinweg. Wer von diesem Genre die Neuerfindung der Kinematographie erwartet, ist ohnehin im falschen Film.