Ein Zuhause am Ende der Welt
Wiedersehen in New York
Viel Glück scheint Bobby in seinem leben nicht gerade zu haben: Erst kommt der über alles geliebte Bruder ums Leben. Da ist Bobby neun Jahre alt und sieht zu, wie der Ältere qualvoll verblutet. Die Eltern sterben bald danach, und Bobby wächst fortan im Haus seines Schulfreunds Jonathan auf. Dort erleben die beiden Jungen eine klassische Siebziger-Jahre-Jugend zwischen Flower-Power-Musik, riesigen Hemdkrägen und Marihuana-Joints. Danach verwischen sich die Spuren, auch die Ersatz-Familie zerfällt. Erst im New York der Achtziger treffen sich Bobby (Colin Farrell) und Jonathan (Dallas Roberts) wieder, und gemeinsam mit Jonathans Mitbewohnerin Claire (Robin Wright Penn) entspinnt sich eine eigentümliche Ménage á trois.
Ein gelungenes Stück Literatur auf die Leinwand zu wuchten, das gelang bislang nicht jedem Regisseur gleich gut. Auch in „Ein Zuhause am Ende der Welt“ ist dies wieder zu beobachten. Der Pulitzer-Preisträgers Michael Cunningham adaptierte hier seinen gleichnamigen Roman persönlich, und offensichtlich erlag Meister Cunningham der Schwierigkeit, Unwichtiges wegzulassen und für einen Spielfilm notwendige, starke Akzente zu setzen. So verflüchtigt sich die eigentlich interessante Geschichte rund um einen jungen Mann, der trotz seiner dramatischen Lebensgeschichte niemals die Ruhe, Würde und Liebe für alle Menschen verliert, im Nirgendwo der detailgenauen Ausstattung. Die facettenreichen Charaktere der Vorlage werden zu wenig herausgearbeitet, stattdessen werden von Regie-Debütant Michael Mayer ständig neue, leicht verdauliche Moralhäppchen serviert. Wenn es wirklich ergreifend zugehen soll, leisten sich die durchaus bemühten Darsteller stets einen tiefen Blick in die Augen. So stellt man sich auch im SAT1-Fernsehfilm meistens die Romantik vor. Schade, aber der Roman ist trotzdem lesenswert...
kinostart: 09. dezember 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama, Liebesfilm
länge: 120 min
Original: A Home at the End of the World
Darsteller:
Colin Farrell, Dallas Roberts, Robin Wright Penn,
Regie:
Michael Mayer,
Drehuch:
Michael Cunningham,
Drehjahr: 2004 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ Ein Zuhause am Ende der Welt im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
<uf>
Die Romanvorlage ist wirklich lesenswert! Wer das Buch gelesen hat, kann sich diesen Film wirklich sparen! er ist nur eine schlechte Kopie!
|  |
 |
Ich hab das Buch nicht gelesen, fand den Stoff aber durchaus spannend. Nur die Umsetzung ist halt nicht gelungen!
|
|