Vier Personen suchen ein Zuhause: Die junge Putzfrau Camille, der stotternde Adelsspross Philibert, der Frauen verschlingende Koch Frank und dessen Großmutter Paulette wagen nach vielen Anlaufschwierigkeiten einen Neubeginn als Generationen umspannende Wohngemeinschaft. Der gleichnamige Roman der Französin Anna Gavalda war vor zwei Jahren nicht nur im Heimatland der Autorin ein großer Erfolg. Jetzt hat sich Claude Berri als Regisseur der harmlosen kleinen Geschichte angenommen, deren Inhalt sich bereits durch den Titel hinlänglich zusammenfassen lässt. Humanistische Kleinkunst im Stile Paolo Coelhos, inszeniert von einem Filmemacher, der nie anecken möchte. Das Ergebnis war zu erwarten - ein netter, freundlicher Film, der in seinen besten Momenten charmant wirkt, insgesamt aber an einer irritierenden Substanzlosigkeit leidet.
Um die Inhaltsleere von 'Zusammen ist man weniger allein' nicht allzu gravierend erscheinen zu lassen, besetzte man in den Hauptrollen mit Audrey Tautou und Guillaume Canet zwei der augenblicklich populärsten Jungstars des französischen Kinos. Tautou spielt, was sie immer spielt seit ihrem Durchbruch als 'Amélie', nämlich eine etwas aus der Welt gefallene junge Frau mit Bambi-Blick. Und Canet gelingt es nicht, die Metamorphose vom Haudegen zum sanften Frauenversteher plausibel zu machen. Allein Laurent Stocker, der als stotternder Philibert unbedingt Schauspieler werden möchte, kann seiner Figur das nötige Leben einhauchen. Bis zum arg gekünstelten Happy End, das für alle Beteiligten wie nachträglich angeklebt wirkt.
Liebe deinen Nächsten. Sei nett zu deinen Mitmenschen. Dann wird auch die Welt besser. Als zentrale Aussage für ein Buch und dazu noch für einen 97 Minuten langen Spielfilm ist das einfach ein bisschen dürftig.