P1 - München
>> aktuelle Veranstaltungen im [ p1 ]
Upper Class
"durch ein großes beleuchtetes atelierfenster fällt künstliches
licht auf das geräumige lokal, dessen bänke und stühle im schottenmuster
bezogen sind. in der ecke eine gemütliche bar. gulaschsuppe und hauptgerichte
werden angeboten. die weine sind gut. die kapellen spielen bis 3.00 uhr zum tanz."
so war es 1969! längst war das p1 vom mondänen
ostflügel in den bunkerartigen, aber geräumigeren westflügel gezogen,
doch der club der clubs in münchen ist nach dem umfangreichen umbau und der Vergrößerung nicht mehr ganz das alte, kleine Stüberl geblieben.
Doch zumindest hat es immer den ruf behalten, denn noch heute gilt als der treffpunkt
der schönen und reichen.
Da nun auch hier die Einrichtung und das Konzept etwas in die Jahre gekommen waren, ist das P1 im November 2009 zum zweiten mal für 10 Monate ins Obergeschoß des Hauses der Kunst gezogen. Gemeinsam mit der neuen P1-Bar ist hier eine nobles Nightlife-Zentrum der Sonderklasse entstanden.
Jedoch der weg dort hinein beleibt steinig. wen der türsteher
nicht kennt, bleibt erstmal draußen. als "out" abgestempelt. viele stylen
sich stundenlang, um dann einen auftritt von wenigen sekunden vor der tür
zu haben. falsch gemacht! rein kommt man anfangs nur unter der woche, am besten
in begleitung einiger hardcore-stammgäste um sich zu früher stunde in der Bar niederzulassen. Hat man so einige wochen die türsteher
sein gesicht einprägen lassen, kann man es auch mal alleine probieren. die
klamotten sind egal, wer stammgast ist, kann auch in unterhosen kommen.
Wer erstmal am hüter der goldenen pforte vorbei ist, wähnt sich im himmel.
Die neue P1-Bar empfängt die Gäste in beindruckend hohen Räumen (16m), die in angenehmen violett getüncht wurden. Eine große Bar, gemütliche Sitzecken und
ein Kamin mit Sofas drumherum bieten einen idealen Einstieg ins Nachtleben.
Wer den Club direkt über die Nordterrasse betritt muss sich erst duch die gewaltigen Vorräume bewegen, bevor man den eigentlichen Clubraum erreicht.
Der Dj tront direkt an der großen Tanzfläche und heizt den knapp verhüllten, bildhübschen mädchen
und gut gekleideten, schönen männern mit gängigen Clubsounds
kräftig ein. überall lächelt einem das freundliche personal zu,
sogar auf der toilette hält man gerne ein pläuschchen mit der netten
klofrau. Doch der neue Club hat im Vergleich zum alten Stüberl geradezu gigantische Ausmaße, die an die großen Münchner Partyhallen erinnern.
Dennoch ist man hier nicht in irgendeinem Industriebau, sondern im Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße!
An den Seiten des großen Raumes findet man erhöhte Bar auf Podesten, von denen man einen guten Überblick hat.
Erst an der bar erfährt man den preis für das paradies: € 6.-
für 0,3l flaschenpils. Sehen und gesehen werden ist halt nicht billig. aber
man muß ja auch keinen eintritt zahlen, was die für münchner verhältnisse
fast unverschämten getränkepreise ein wenig rechtfertigt. spätestens jetzt ist
das "oanser" wieder auf dem weg zum club von weltruhm, sollte man denken.
die p1-gänger von einst sind, seit der Club deutlich größer ist, schon lange nicht mehr die kleine eingeschworene gemeinschaft.
Einst schien jeder schien hier jeden zu kennen.
Heute kann man nicht mehr einfach in ein paar Minuten den ganzen Laden abschreiten und sich einen Überblick verschaffen.
Das ist vielleicht nicht mehr so exklusiv, bietet aber mehr Abwechslung. Und Clubs, die auch muskalisch in der internationalen Oberliga spielen wollen,
müssen nunmal eine gewisse Größe haben.
der echte p1-gast kommt erst zwischen 1h und 2h. nur wenn er glaubt es könnte
voll werden, z.B. bei besonderen Partyevents, fürchtet er um seinen stammplatz
und kommt ein wenig früher oder lässt sich schon vorab gemütlich in der P1-bar nieder. Im Sommer tummelt er sich gerne draußen auf der großen terrasse, und läßt sich zu später stunde in einer
der Couchen nieder. Hier gilt natürlich auch: sehen und gesehen werden! wer davon genug hat kann sich aber auch in eine der Ecken zurückziehen und dort etwas Privatsphäre genießen.
Durch den nun größer gewordenen Laden, müssen natürlich auch mehr Leute reingelassen werden, was ja ansich nicht schlecht ist. Dennoch fremdelten die alten Stammgäste lange und fühlten sich im großen P1 nicht so recht wohl. Das liegt aber auch daran, dass man sich für den Club einige potente Werbepartner organisiert hat. Doch deren Präsenz wurde nun im Obergeschoß deutlich zurückgefahren. Sicher ist das P1 nicht mehr der kleine, legendäre Club der 80er und 90er, der mit seinen elitären Partys regelmäßig die Aufmerkamkeit der ganzen Stadt auf sich zog.
Alles in allem bietet das P1 noch immer einen sicheren Hafen in der wechselhaften Clublandschaft und steht noch immer, wenn auch nicht mehr ganz alleine, an deren Spitze!
Wir dürfen gespannt sein, was in der Zweischenzeit aus dem alten Club im Untergeschoß wird, der ja Ende 2010 wieder eröffnen wird.
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