P1 - München
>> aktuelle Veranstaltungen im [ p1 ]
Upper Class
"Durch ein großes beleuchtetes Atelierfenster fällt künstliches
Licht auf das geräumige Lokal, dessen Bänke und Stühle im Schottenmuster
bezogen sind. In der Ecke eine gemütliche Bar. Gulaschsuppe und Hauptgerichte
werden angeboten. Die Weine sind gut. Die kapellen spielen bis 3.00 uhr zum Tanz."
so war es 1969! Längst war das P1 vom Mondänen
Ostflügel in den bunkerartigen, aber geräumigeren Westflügel gezogen,
Doch der Club der Clubs in München war dem umfangreichen Umbau und der Vergrößerung in Jahr 2002 nicht mehr ganz das alte, kleine Stüberl geblieben.
Doch zumindest hat es immer den Ruf behalten, denn noch heute gilt als der Treffpunkt
der Schönen und Reichen.
Da nun auch hier die Einrichtung und das Konzept etwas in die Jahre gekommen waren, ist das P1 im November 2009 zum zweiten mal für 10 Monate ins Obergeschoß des Hauses der Kunst gezogen, um Ende Oktober 2010 in einem völlig neuem, deutlich clubartigerem Look unten neu zu eröffnen.
Jedoch der Weg dort hinein bleibt steinig. Auch wenn die Tür bei weitem nicht mehr so streng ist, wie früher.
Wen der Türsteher
nicht kennt, bleibt eventuell draußen. Als "out" abgestempelt. Viele stylen
sich stundenlang, um dann einen Auftritt von wenigen Sekunden vor der Tür
zu haben. Falsch gemacht! Rein kommt man anfangs nur unter der Woche, am besten
in Begleitung einiger Hardcore-Stammgäste, um sich zu früher Stunde an der Bar niederzulassen. Hat man so einige Wochen die Türsteher
sein Gesicht einprägen lassen, kann man es auch mal alleine probieren. Die
Klamotten sind egal, wer Stammgast ist, kann auch in Unterhosen kommen.
Wer erstmal am Hüter der goldenen Pforte vorbei ist, wähnt sich zunächst im Himmel.
An einer gewaltigen Uhr vorbei betritt man den schwarz eingerichteten, mit edlen Materialien ausgestatten Clubraum. Rund um die Tanzfläche, über der nun auch Videoscreens für Effekte sorgen, sind die Bars mit vielen gemütlichen Sitzecken gruppiert. So gibt es also wieder viele Plätze, an denen die P1-Gäste privat und doch mittendrin feiern können. Die hochwertige Musikanlage sorgt für guten Sound auf allen Plätzen, könnte aber noch besser abgestimmt sein.
Der Dj tront direkt am Ende der Tanzfläche und heizt den knapp verhüllten Mädchen
und gut gekleideten Männern mit gängigen Clubsounds
kräftig ein. Überall lächelt einem das freundliche Personal zu,
Sogar auf der Toilette hält man gerne ein Pläuschchen mit der netten
Klofrau. Dort wartet auf die Herren nun ein eindruckvoller 'Pinkelwald' und bei den Damen
sorgen zahlreiche Kabinen mit Luken zum Plaudern für Abwechslung und kurze Wartezeiten!
Erst an der Bar erfährt man den Preis für das Paradies: € 6.-
für 0,3l Flaschenpils. Sehen und gesehen werden ist nunmal nicht billig. Aber
man muß ja auch keinen Eintritt zahlen, was die für Münchner Verhältnisse
fast unverschämten Getränkepreise ein wenig rechtfertigt. Immerhin ist das neue, schnelle Bestellsystem per
I-Pad wirklich innovativ!
Spätestens jetzt ist das "oanser" wieder auf dem weg zum Club von Weltruhm, sollte man denken.
Die alten P1-gänger, die der große, alte Club eher abgeschreckt hat, könnten sich jetzt wieder etwas wohler fühlen. .
Offensichtlich hat man den Trend zurück zum übersichtlichen Club erkannt. Doch an die legndären, alten Zeiten der 80er und 90er Jahre kann das P1 heute nicht mehr anknüpfen.
Der echte P1-gast kommt erst zwischen 1h und 2h. Nur wenn er glaubt es könnte
voll werden, z.B. bei besonderen Partyevents, fürchtet er um seinen Stammplatz
und kommt ein wenig früher. Im Sommer tummelt er sich gerne draußen auf der großen Terrasse, und läßt sich zu später Stunde in einer
der Couchen nieder. Hier gilt natürlich auch: sehen und gesehen werden! Wer davon genug hat, kann sich aber auch in eine der Ecken zurückziehen und dort etwas Privatsphäre genießen.
Sicher ist das P1 nicht mehr der kleine, legendäre Club der 80er und 90er, der mit seinen elitären Partys regelmäßig die Aufmerkamkeit der ganzen Stadt auf sich zog.
Alles in allem bietet das neue P1 aber wieder einen sicheren Hafen in der reichen Münchner Clublandschaft und steht noch immer, in der ersten Reihe. Doch die Konkurrenz ist mächtig geworden und ist vor allem in vieler Hinsicht auch innovativer.
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