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Der Immobilienmarkt in München

Ein Kommentar

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay
In Sachen Immobilien war München schon immer ein heißes Pflaster. So klagte schon Helmut Fischer aka Franz Münchinger in der Serie Monaco Franze über die hohen Mietpreise, die uns heute wie die reinsten Schnäppchen vorkommen würden.
Dabei war doch das Lebensmotto vom ewigen Stenz: 'A bisserl was geht immer!'
Aber: langsam geht’s nimmer...


Wie kommt es eigentlich dazu, das München so teuer ist?
Die einfache Antwort: Angebot und Nachfrage. München ist schon lange eine der beliebtesten Städte Europas und der Welt - zurecht!
Doch nur weil es schön ist, zieht man ja nicht gleich um. Andere kleinere Städte in Deutschland sind auch ganz bezaubernd - auch wenn man das als Münchner kaum glauben mag.
In München kommt eine gewaltige wirtschaftliche Potenz hinzu. Nach dem zweiten Weltkrieg verlegten viele erfolgreiche Unternehmen ihre Konzernzentralen aus Ostdeutschland nach München: Siemens, Allianz, G+D, Knorr-Bremse, Langenscheidt und viele mehr. Und das förderte natürlich auch den Erfolg der anderen über die Jahrzehnte. Von insgesamt 30 DAX-Konzernen haben aktuell acht ihre Zentrale in und um München. Und so kommen nicht (nur) die nach München, die es hier so schön und das Münchner Lebensgefühl so nett finden - sondern die, die gerade einen Arbeitsvertrag mit einem ordentlichen Gehalt unterschrieben haben. Keine experimentierfreudigen Künstler, sondern Leute mit Geld in der Tasche. Das hat die Marktsituation über Jahrzehnte angefeuert. Für die Politik war es eine Art Qualitätssiegel, das München die teuerste Stadt Deutschlands war, denn das ist ja ein Spiegel des wirtschaftlichen Erfolges. Doch spätestens seit der Finanzkrise ist der Immobilienmarkt international geworden und viele ausländische Investoren setzten auf das ach so sichere München um hier ihr Geld zu parken. Das heizt die Preise zusätzlich an und führt zu teils riskanten Spekulationen wie im Online Casino.
Hinzu kommt, dass wir mit der LMU und TUM zwei international top gerankte Unis haben, welche den Zustrom von Studierenden aus der ganzen Welt befeuern. Auch unsere Akademie der Bildenden Künste hat internationales Renommee.
Die Preise für Apartments und WG-Zimmer sind aber ein echter Schock für jeden, der einen Platz an diesen Unis ergattern konnte.
Leider hat die Politik verschlafen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen um dieser Zwickmühle entgegenzusteuern. Und nun wachen wir in einem München auf in dem es sich Studierende, Künstler, Schauspieler und Maler nicht mehr leisten können, zu leben.
Und das, wo wir doch so stolz auf viele von ihnen sind, da sie das Bild unserer Stadt geprägt haben. In den königlich vorgeschriebenen Künstlerateliers unter den Dächern Schwabings wohnen nun Unternehmensberater - zumindest am Wochenende.
Und Helmut Dietl und Helmut Fischer hätten sich wohl nie in einem Schwabinger Cafe kennengelernt - sie wären einfach nicht da gewesen.
So verändert sich mit dem Erfolg Münchens auch die Stadtkultur. Für Investitionen ist das nicht gut. Die Preise haben ein Niveau erreicht, das sich völlig von den Einkommen entkoppelt hat und grundsätzlich steigen in einem globalen Immobilienmarkt immer die Preise der jungen, hippen Viertel am meisten und nicht die in den langweiligen Ecken.

Doch was ist mit dem Angebot. Mehr gebaut wird zum Glück endlich, was den Markt sicher etwas beruhigen kann. Dass das wirkt, konnte man auch in München schon mal erleben. Die Olympischen Spiele haben vorab eine regelrechten Bauboom ausgelöst was kurzzeitig sogar zu fallenden Mietpreise geführt hat! Damals hat man sicher nicht immer schön gebaut, aber wenigsten mutig und entschlossen. Das Olympische Dorf und Neuperlach waren für die damalige Zeit geradezu revolutionär. Die geschichtslose Investoren-Architektur, die derzeit München zu einer Leistungsschau der Hersteller von Fassadenverkleidung macht, ist allerdings keinen Deut besser als die Betonklötze aus den 70-iger Jahren. Kluge Nachverdichtung sieht anders aus...

Für die nächsten Jahre planen Amazon, Apple und Google den Ausbau der Arbeitsplätze in München. Auch BMW baut sein Forschungsinstitut FIZ aus. Der Nachschub an Fachkräften für die Tech-Firmen soll natürlich vor allem von der TU kommen. Dennoch stellt sich die Frage, wo diese Arbeitnehmer alle wohnen sollen. In ihren Studentenbuden werden sie ja nicht auf Ewig bleiben wollen... Hier braucht es dringend ein über den Tellerrand gedachtes Konzept von Seiten der Politik in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, welches Infrastruktur, ÖVPN, kluge Stadtteilentwicklung und Erhaltung der Lebensqualität in München klug, mutig und fortschrittlich verbindet.
Denn wir wollen ja nicht, das es über die Münchner Stadtentwicklung später heißt:
'Ein rechter Scheißdreck war's! Altmodisch bis provinziell war's!'
Na, Spatzerl, des woll'n ma nicht....


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