Münchner Held*innen: Dichter und Denker – Münchens erste Liga der Schreibkunst

Münchner Helden: Dichter und Denker Cover

Ob Philosophen, Dichter, Poetry-Slamer, Schriftsteller, Komiker oder Autoren, wir beleuchten die wichtigsten Denker*innen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Dabei weiten wir das „Einzugsgebiet“ etwas aus, um den ein oder andern sehr wichtigen Kopf der literarischen Geschichte mit einzuschließen. Auch wenn so manche Personen aus dieser Liste nicht in München geboren sind, so haben sie doch den Großteil ihrer Werke in München geschaffen. Hier kommen 11 der interessantesten Männer und Frauen aus der Literatur, dem Dichten und Denken.

Hier geht’s übrigens zu weiteren Münchner Helden*innen: aus dem Sport, und der Musik.


Lovis Corinth: Porträt des Dichters Josef Ruederer

Josef Ruederer (1861 – 1915)

Der aus reichem Haus stammende Ruederer verbrachte seine Kind- und Schulzeit in München, bevor er an der Humboldt-Universität in Berlin studierte und dort zum Dr. Phil. promovierte. 1988 kehrte er nach München zurück und wandte sich dem Schreiben zu. Er gehörte zum Umfeld der Münchner Sezession, hatte Kontakte zur Zeitschrift „Die Gesellschaft“ und war Mitgründer des Kabaretts „Die Elf Scharfrichter“. Zwischen 1908 und 1912 berief man ihn in den Königlichen Theaterzensurbeirat.


Herbert Achternbusch (1938 – 2022)

Der in München geborene Achternbusch wuchs im Bayerischen Wald auf und kehrte in den 60er Jahren in die bayerische Hauptstadt zurück, um an der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Erst schlug er sich mit Gelegenheitsjobs – wie Zeitungsverkäufer auf der Wiesn – durch, bevor er 1971 seinen Erstlingsroman „Die Alexanderschlacht“ veröffentlichte. Dieser gilt als bahnbrechend für die Avantgarde der jungen deutschen Literatur in den 70er und 80er Jahren. Anfang der 80er Jahre begann er als Filmemacher durchzustarten – zumeist mit kontroversen Themen. 1982 lösten Blasphemie-Vorwürfe gegen sein Werk „Das Gespenst“ einen Skandal aus. Bis 2002 drehte er rund 30 Filme.

Herbert Achternbusch (1938 – 2022)

Der in München geborene Achternbusch wuchs im Bayerischen Wald auf und kehrte in den 60er Jahren in die bayerische Hauptstadt zurück, um an der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Erst schlug er sich mit Gelegenheitsjobs – wie Zeitungsverkäufer auf der Wiesn – durch, bevor er 1971 seinen Erstlingsroman „Die Alexanderschlacht“ veröffentlichte. Dieser gilt als bahnbrechend für die Avantgarde der jungen deutschen Literatur in den 70er und 80er Jahren. Anfang der 80er Jahre begann er als Filmemacher durchzustarten – zumeist mit kontroversen Themen. 1982 lösten Blasphemie-Vorwürfe gegen sein Werk „Das Gespenst“ einen Skandal aus. Bis 2002 drehte er rund 30 Filme.


Lea Weigand 

Lea steht seit 2017 auf der Bühne und ist mit ihren Texten zu Gast bei Poetry-Slams, Kunstveranstaltungen und diversen Events. Ihre Vorliebe zur Metaphorik und dem Reim lassen ihre Verse fast wie einen literarischen Rap klingen. Im Oktober 2020 erschien ihr erstes Studioalbum „Nur zur Erinnerung“, auf dem elf ihrer Texte mit musikalischer Untermalung zu hören sind. 2022 erreichte sie das Finale des Poetry-Slams der deutschsprachigen Meisterschaften in Wien. Neben den Auftritten als Solokünstlerin gibt sie Workshops, arbeitet an Auftragstexten und gestaltet Unterhaltungsabende mit einer Kombination aus Musik und Poesie.


Patrick Süßkind

Süßkind wuchs am Starnberger See auf, bevor er nach dem Abitur mittelalterliche und neue Geschichte in München und Aix-en-Provence studierte. In Frankreich entstanden zu dieser Zeit seine ersten literarischen Werke. 1985 landete er mit seinem Roman „Das Parfüm“, das in 49 Sprachen erschien und sich über 20 Millionen Mal verkaufte, einen Welterfolg. 2006 wurde das Buch von Constantin Film und Bernd Eichinger verfilmt und wieder zum riesengroßen Erfolg. Auch seine Drehbücher zu „Monaco Franze“, „Rossini“ oder „Kir Royal“ feierten große Erfolge. Süßkind war und ist schon immer sehr medienscheu. So schlug er mehrere Preise aus oder erschien nicht zur Premiere von „Das Parfüm“ in München. Daher gibt es auch nur wenige Bilder des Schriftstellers.


Ulrike Draesner 

Die gebürtige Münchnerin studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften, Germanistik, Anglistik und Philosophie an den Universitäten München, Salamanca und Oxford. Nachdem sie vier Jahre lang am Institut für Deutsche Philosophie arbeitete und dort promovierte, gab sie diese Tätigkeit zugunsten ihrer schriftstellerischen Laufbahn auf. Draesner verfasst in erster Linie Lyrik und Prosa und arbeitet häufig zusammen mit bildenden Künstlern und Schriftstellerkollegen an sogenannten „intermedialen“ Projekten. Dabei treten ihre Texte mit Kunstformen wie Bildhauerei, Aktionskunst und Musik in ein Spannungsverhältnis. Seit 2018 ist sie Professorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2019 erhielt sie den Gertrud-Kolmar-Preis sowie 2020 den Preis der LiteraTour Nord und den bayerischen Literaturpreis.


Valentin Ludwig Fey (1882 – 1948)

Besser bekannt als „Karl Valentin“ – war ein Komiker, Volkssänger, Autor und Filmproduzent, der mit seinem Humor zahlreiche Größen wie Bertholt Brecht, Loriot oder Helge Schneider positiv beeinflusste. Nach seiner mehr oder weniger erfolgreichen Schulzeit machte er eine Lehre zum Tischler und absolvierte währenddessen erste Auftritte als „Vereinshumorist“. 1902 hatte er ein Gastspiel am Varieté Zeughaus in Nürnberg, wo er erstmals als „Karl Valentin“ auftrat. 1908 schrieb er den Monolog „Das Aquarium“ und bekam ein Engagement an der Volkssängerbühne im Frankfurter Hof. Zu dieser Zeit entwickelte er seine groteske Körpersprache und die sprachspielerische Selbstironie. Valentin produzierte bis 1929 über 40 Stummfilme und war ab 1915 Direktor des Münchener Kabaretts Wien-München.

Valentin Ludwig Fey (1882 – 1948)

Besser bekannt als „Karl Valentin“ – war ein Komiker, Volkssänger, Autor und Filmproduzent, der mit seinem Humor zahlreiche Größen wie Bertholt Brecht, Loriot oder Helge Schneider positiv beeinflusste. Nach seiner mehr oder weniger erfolgreichen Schulzeit machte er eine Lehre zum Tischler und absolvierte währenddessen erste Auftritte als „Vereinshumorist“. 1902 hatte er ein Gastspiel am Varieté Zeughaus in Nürnberg, wo er erstmals als „Karl Valentin“ auftrat. 1908 schrieb er den Monolog „Das Aquarium“ und bekam ein Engagement an der Volkssängerbühne im Frankfurter Hof. Zu dieser Zeit entwickelte er seine groteske Körpersprache und die sprachspielerische Selbstironie. Valentin produzierte bis 1929 über 40 Stummfilme und war ab 1915 Direktor des Münchener Kabaretts Wien-München.


Helmut Dietl (1944 – 2015)

Der in Bad Wiessee geborene Dietl wuchs in Schwabing auf und war Münchens bekanntester Regisseur und Drehbuchautor. Nach seinem nicht abgeschlossenen Studium der Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte an der LMU debütierte er als Regisseur im BR. Das Thema „Beobachtungen der Münchner Gesellschaft“ in der Reihe „Münchner Geschichten“ sollte ihn lebenslang begleiten. Der Durchbruch gelang ihm allerdings mit TV-Serien wie „Der ganz normale Wahnsinn“, „Monaco Franze“ oder „Kir Royal“.  Sein erster Kinofilm „Schtonk!“ mit Uwe Ochsenknecht und Götz George in den Hauptrollen kam 1992 in die Kinos und seine Parodie über die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. 2014 wurde er mit dem Bambi und dem Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.


Yannik Sellmann

Der 28-Jährige kommt zwar gebürtig aus Bonn, startete seine Comedy und Poetry Karriere aber in München. Nur das Jurastudium war ihm auf Dauer wohl zu langweilig, also fing er an Texte zu schreiben. Seit 2016 stand er über 500 Mal auf der Bühne, darunter Fernsehauftritte im BR und MDR. Er ist zweifacher bayerischer Meister im Poetry-Slam und mehrfacher Finalist der deutschen Meisterschaften. Außerdem ist er als Sketchwriter für YouTube- und Fernseh-Formate tätig. Aktuell ist er mit seiner Solo-Show „Ein guter Tag“ auf Tour, gibt Workshops und macht als Trauredner viele Paare sehr glücklich.

Yannik Sellmann

Der 28-Jährige kommt zwar gebürtig aus Bonn, startete seine Comedy und Poetry Karriere aber in München. Nur das Jurastudium war ihm auf Dauer wohl zu langweilig, also fing er an Texte zu schreiben. Seit 2016 stand er über 500 Mal auf der Bühne, darunter Fernsehauftritte im BR und MDR. Er ist zweifacher bayerischer Meister im Poetry-Slam und mehrfacher Finalist der deutschen Meisterschaften. Außerdem ist er als Sketchwriter für YouTube- und Fernseh-Formate tätig. Aktuell ist er mit seiner Solo-Show „Ein guter Tag“ auf Tour, gibt Workshops und macht als Trauredner viele Paare sehr glücklich.


Said „SAID“ Mirhadi (1947 – 2021)

Der in Teheran geborene Mirhadi kam als 17-Jähriger 1965 zum Studium der Politikwissenschaften nach München und engagierte sich zeitlebens für persische Literatur. Nach dem Sturz des Schahs im Jahr 1979 kehrte er in den Iran zurück, flüchtet jedoch nach kurzer Zeit wegen der politischen Ausrichtung des Landes wieder ins Exil nach München. Die Grundthemen in SAIDs Werken sind Liebe und Exil, er schrieb Lyrik und Prosa in deutscher Sprache, die er in all ihren Nuancen beherrschte. Er war Mitglied und Präsident des PEN-Zentrums Deuschland, engagierte sich für politisch Verfolgte und vermittelte Jahrzehnte zwischen persischen Autoren und Verlegern. 


Julius Althoetmar

Der TUM Student ist ein junger aufstrebender Poetry-Slamer aus München, der mit seinen Versen schon so manche/n etablierte/n Kontrahent/in alt hat aussehen lassen. Seine humoristischen Reime befassen sich mit aktuellen Themen und er trägt diese in unnachahmlicher Form vor. 2021 hat er zusammen mit Sophia Szymula das Buch „feel good ink – Tintenfische IV“ herausgebracht, in dem 19 Texte der jüngsten, aufstreben Slam Poet*innen zusammengefasst sind. Man wird sicher noch viel von Julius hören.

© Fabian Stuertz

© Fabian Stuertz

Julius Althoetmar

Der TUM Student ist ein junger aufstrebender Poetry-Slamer aus München, der mit seinen Versen schon so manche/n etablierte/n Kontrahent/in alt hat aussehen lassen. Seine humoristischen Reime befassen sich mit aktuellen Themen und er trägt diese in unnachahmlicher Form vor. 2021 hat er zusammen mit Sophia Szymula das Buch „feel good ink – Tintenfische IV“ herausgebracht, in dem 19 Texte der jüngsten, aufstreben Slam Poet*innen zusammengefasst sind. Man wird sicher noch viel von Julius hören.


Lion Feuchtwanger (1884 – 1958)

Feuchtwanger stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie, promovierte 1907 im Fach Germanistik und war vorerst als Journalist tätig. Nach seinem schriftstellerischen Debüt als Dramatiker verfasste er mehrere Prosawerke, sollte jedoch erst mit seinem Roman „Thomas Wendt“ einen Verleger finden. In den folgenden Jahren veröffentlichte er die Werke „Jud Süd“ und „Erfolg“ und galt fortan als einer der einflussreichsten Schriftsteller der Weimarer Republik. Nachdem er 1936 vor dem Nationalsozialismus fliehen musste, machte ihn seine „Wartesaal-Trilogie“ auch im englischsprachigen Raum bekannt. Fortan lebte er bis zu seinem Tod in den USA.


Bibliotheken in München

Lust auf Ruhe?
Wie wäre es mit einem Besuch in Münchens Bibliotheken?

Kleine Kinos-Cover

Alternative Kinos
Vielleicht zum Abschweifen aus München?

Traditionsgeschäfte in München in der Innenstadt: Hugendubel

Was München auch liebenswert macht?
Seine Unternehmen. Die Übersicht gibt’s hier.