Calexico live in München
Die Grenzgänger räumen ab – und kommen wieder
Es war genau so, wie es sich jeder Calexico- Fan vorgestellt hatte: von Anfang an bezauberten die Frontieros die komplett ausverkaufte Muffathalle. Ob Eindrücke einer Landschaft, Träume oder Hoffnungen, die rauhe und ansprechende Stimme des Sängers schmeichelt ihre Botschaft fast schon sichtbar über die Zuschauer hinweg.
Sie sehen so jung aus, gar nicht wie die alten, weisen Männer, deren Gelassenheit man hinter der Musik vermutet.
Aber das sind sie irgendwie dann doch. Joey Burns und John Covertino, einst die Percussion- Truppe von Giant Sand, können auch dieses Mal nicht verbergen, dass eine langjährige Bühnenerfahrung sie bereits geprägt hat. Joey, der mit verschiedenen Gitarren und Bass aufspielt und John mit Trompete, Marimba, Melodika und Akkordeon bieten nach wie vor den Grundstock für die ehrlichen, anregenden Sound der Combo.
Doch die anderen Mitglieder, die auch jeweils mindestens mit drei Instrumenten aufwarten können, sind mit ihnen zu einer perfekten Einheit verwachsen, es klingt wie improvisiert, aber nicht wegen der mangelnden Perfektion. Die haben sie sich jetzt in ihrem dritten Album so melodiös wie noch nie erarbeitet. Nein, man denkt an Improvisation, weil sie zusammen freudig Musik machen, spontan und miteinander, fast wie eine Session, nur eben ausgefeilter. Und sie stecken jeden damit an! Ob bei lebendigen Songs wie Pepita oder Whipping the horses´s eyes, oder ob bei ruhigeren Liedern wie Black Heart, sie wurden geradezu von ihren Fans angehimmelt. Mariachi hatten sie dieses Mal auf ihrer Tour nicht dabei, aber deren Stimmung konnten sie trotzdem überzeugend vermitteln. Das Album „Feast of Wire“ ist so wie es ist ein voller Erfolg.
Fröhliches Tanzen und teilweise Mitsingen, kurz ein begeistertes Publikum honorierte die harte Arbeit, die sich hinter der scheinbaren Mühelosigkeit verbarg. Drei lange Zugaben ließen den Rausch nicht abreißen, der eine oder andere erkannte sicher auch den Song Cancion del Mariachi aus dem Film „Desperados“, den schon Antonio Banderas zum besten gegeben hat. Also wenn Ihr das verpasst habt, dann rennt jetzt zum Kartenvorverkauf: am 22.Juli habt Ihr eine zweite Chance!
<christian bludau>
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