Die Deftones
Nachbericht
Zwei Männer mit Gitarre und Bass, Schattenrisse in schwarz vor einem roten Hintergrund, geradezu
mystisch begann das Intro der Deftones. Doch die einleitend sphärischen Klänge trügten. Mit
energischen Drums legten die Jungs dann richtig los. Rassiger Crossover begleitet von eindringlichen,
elektronischen Tönen umspielte die knarzige Stimme von Chino Moreno, dem Sänger der Deftones.
Viele hatten lange auf das Konzert gewartet. Schon seit Mai gibt es das Album "Deftones" in den
deutschen Plattenläden, und es hatte die Fans heiß gemacht. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Die Vorband A Perfect Circle hatte die Stimmung schon vorbereitet: gelassen schwebten digitalisierte Sounds zu ehrlichen Riffs
durch die Halle. Das Zenith, das schon wegen seiner Grösse schwer aufzumischen ist, schien in einer Welle dahinzuschweben.
Aber nur solange bis der Drummer loslegte, die Gitarren einstimmten und harte Rhythmik die Schwerkraft zurückholte.
Aber die Deftones überholten nach einer langen Aufbaupause die Vorband leicht. So sanft der Anfang wirkte, schon kurz
danach holten Drummer Abe Cunningham und der beeindruckende Gitarrist Stephen Carpenter den digitalen Hintergrund ein und
zerfetzten mit einfallsreichen Gitarrenwänden und arhythmischen Basstakten die ruhigen vibes. Bassist Chi Cheng untermalte
beides mit tiefen Herztönen und abwechslungsreichen Läufen. Die Mischung faszinierte: jedes Mal, wenn gerade die lang
ausklingenden Vokale in chillender Schwingung die Ohren fesselten, verpassten erfreulich gekonnte Einsätze neuen Schwung.
Ob Gruftie, Crossoverboy oder Reaggeagirl, das bunt gemischte Publikum einte sich mit anerkennendem Gejohle und Gehüpfe.
Songs vom neuen Album wie "Minerva" oder "Death Blow" übertrafen die ohnehin hohen Standards von Vorgängerscheiben Back
to School und White Pony aus dem Jahre 2000 mit Leichtigkeit. Die Gitarrenfronten von "Hexagramm" erinnerten an Hardcore- Konzerte
verschiedenster Herkunft, aber unverwechselbar verwirrt durch die Deftones-typische Mixture mehrere Stile. Auch wenn manchmal der
Verdacht das Plagiats von Rage against the machine oder gar Coldplay anklang, die Art der Darbringung, entfremdet, voller Emotion
und Überzeugung verfremdete anders vertraute Takte zu neuen Eindrücken. Mitreissende Spannung abgelöst und fast quälender Entspannung,
maschinengewehrartige Gitarreneinsätze und smoothige Laute, die Deftones waren wieder mal ein schönes Highlight.
<nina bludau>
die cds und mehr gibt's [ hier ]
mehr infos unter: [ deftones.com ]
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