Pop im Garten
irgendwie kommt mir der name dieser band bekannt vor. ein kurzes
wühlen im "staubfänger" - schrank und schon fällt mir eine uralte
kuschelrock-lp in die hände. damit ist der beweis erbracht - es
gab tatsächlich mal eine band namens nilsson, die vor jahrzehnten
mit dem musterbeispiel einer popschnulze
einen (wenn auch einzigen) großen hit geschrieben haben."without
you" war in der mariah carey-version sogar noch erfolgreicher als
im original, was den alten herren von nilsson wohl heute noch zu
einer guten rente verhilft.
der
vergleich zu den holländischen nilsson, die mit "freddie's
garden" gerade ihren zweitling veröffentlicht haben, ist
hier durchaus geeignet. denn auch nilsson machen pop. und zwar den
von der netten, harmlosen sorte. musik, die man gerne im radio hört
und beim einschlafen zu zweit. wo andere bands aber irgendwann mit
dem musikalischem süßholzgeraspel aufhören, setzt das quintett noch
eins drauf. nilsson sind sozusagen der zuckerguß auf dem sahnehäubchen.
das fängt an bei den sanften gitarren- und keyboardmelodien und
endet in ohrwurm-refrains und seichten herz-schmerz-texten.
aber nilsson propagieren ihre musikalische und lyrische naivität
dermaßen überzogen, daß es schon fast wieder cool wirkt. keinen
anspruch zu haben ist schließlich auch ein anspruch, und den erfüllen
nilsson mehr als hundertprozentig. die songs gehen allesamt gut
ins ohr und marieke eelman's stimme
ist ausdrucksstark genug, um keine anhaltende langeweile aufkommen
zu lassen. mit dem flotten opener "stars" haben sie einen potentiellen
hit im gepäck und auch die anderen - spärlich gesäten - schnellen
songs können durchaus begeistern. bei den soften tracks, die den
großteil des albums bestreiten, stechen vor allem das wunderschöne
"you make sense to me now" und das melancholische "after you" hervor
- klasse songs, die über so manche schwächen des albums hinweg trösten.
ach
ja, was es mit dem seltsamen albumtitel auf sich hat, wird übrigens
nicht so ganz klar. eine frühere bekanntschaft zum verstorbenen
queen-sänger freddie mercury scheint jedenfalls nicht der grund
dafür zu sein. es ist schade, daß nilsson mit "freddie's garden"
zu sehr auf nummer sicher gehen und den kommerzappeal der kreativität
vorziehen. die glatt gebügelten schmuse
nummern ersticken allzu oft das zweifelsohne vorhandene potential.
aber vielleicht ändert sich das ja mit dem nächsten album. bis dahin
lege ich mich gerne in freddie's garten und genieße eine schöne
platte, die gerade für die stunden zu zweit die passenden töne findet.
<cn>
mehr infos unter [ nilssonline.nl ]
nette schmusenummern singt die holländerin marieke
- zum kuscheln und zähneputzen ganz nett!
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nicht schlecht, aber halt doch recht kommerzig - kein hitpotential
in sicht!
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