Eine Affäre in Paris
Le Divorce
Ein Amerikaner in Paris – das ist seit Vincent Minellis gleichnamigem Film von 1951 ein nahezu klassisches Sujet geworden. Immer wieder gibt es Variationen zum Thema, mal als Komödie, mal als Melodram verpackt. Immer geht es um das Aufeinandertreffen zweier Kulturen und Haltungen, und immer ergibt sich daraus eine gewisse Situationskomik mit meist recht anständigen Slapstick-Einlagen.
„Eine Affäre in Paris“ passt da genau ins Schema: Die in jeder Geste superblonde Kalifornierin Isabel Walker (Kate Hudson) fliegt nach Paris, um ihrer schwangeren Schwester Roxy (Naomi Watts) in den letzten Wochen vor der Geburt beizustehen. Wie sehr sie gebraucht wird, erkennt sie in dem Augenblick, in dem sie aus dem Taxi steigt – und ihr Schwager Charles-Henri die heulende Roxy gerade mit ein paar großformatigen Gepäckstücken auf Nimmerwiedersehn verlässt.
Fortan ist die lebenslustige Isabel damit beschäftigt, ihre Schwester zu trösten und die französischen Männer zu testen.
Bedenkt man, dass James Ivory, der so wunderbare Spielfilme wie „Zimmer mit Aussicht“, „Was vom Tage übrig blieb“ oder „Wiedersehen in Howards End“ zu verantworten hatte, nun einen Film wie „Eine Affäre in Paris“ gedreht hat, wirkt die belanglos-oberflächliche Handlung fast schon verstörend.
Zwar steht in vielen Ivory-Filmen der Zusammenprall unterschiedlicher Welten im Mittelpunkt. Doch alle Details, die einen Film von James Ivory bis dahin auszeichneten, fehlen hier bedauerlicherweise: Das subtile Changieren zwischen Hoffnung und Melancholie oder Liebe und Schmerz sowie auch die exakten Charakternuancierungen sind hier einer Klischee-Orgie über die naiven Amerikaner und die arroganten, unmoralischen Franzosen gewichen. Daran ändert auch die tolle Besetzung mit Stars wie Glenn Close, Jean-Marc Barr oder Thierry Lhermitte nichts mehr...
infos über den film im internet: [ eine-affaere-in-paris.de ]
kinostart: 15. januar 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 117 min
Original: Le Divorce
Darsteller:
Kate Hudson, Naomi Watts, Glenn Close,
Regie:
James Ivory,
Drehuch:
Ruth Prawer Jhabvala,
Drehjahr: 2003 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Mäßiges, klischeebeladenes Filmchen!
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Ab und an ganz komisch, aber leider nur eine mittelmäßige komödie!
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