Theologe, Musiker, Kulturphilosoph, Schriftsteller, Arzt und Friedensnobelpreisträger. Albert Schweitzer dürfte einer der letzten Universalgelehrten gewesen sein. In Erinnerung blieb nach seinem Tod 1965 aber vor allem sein Engagement für Afrika und sein Urwald-Krankenhaus in Lambarene. Der britische Regisseur Gavin Millar und die Produktionsfirma NFP, die schon mit 'Luther' und 'Bonhoeffer - Die letzte Stufe' ihr Faible für so genannte Biopics bewies, gehen mit der notwendigen Vorsicht an Schweitzers monumentales Leben heran. Millars Präzision ist es zu verdanken, dass die Zwischentöne in den Dialogen wirklich zum Tragen kommen, dass die Verfilmung dieser bewundernswerten Lebensleistung nicht in kritiklose Lobhudelei abschmiert.
Um Schweitzer zu porträtieren, hat sich Millar den Zeitraum von 1949 bis 1954 herausgesucht, eine turbulente Zeit in der Vita des gebürtigen Straßburgers. Schweitzer (Jeroen Krabbé), damals bereits ein weltbekannter Mann, reist zum Spendensammeln durch die USA, trifft dort seinen alten Freund Albert Einstein (Armin Rohde) und gerät wie jener in die antikommunistische Mühlen. Der gut gespielte, aber sehr konventionell inszenierte Film bietet eine anspruchsvolle Auseinandersetzung um die großen ethischen Fragen der Welt, ohne oberlehrerhaft zu erscheinen. Unterhaltsames Erbauungskino für die Feiertage.