Beeing Julia
Alle lieben Julia
In seinem letzten Spielfilm „Taking Sides“ hat Regisseur István Szabó die Geschichte des Dirigenten Furtwängler inszeniert. Ganz, wie man es von einem politisch getriebenen Filmemacher wie ihm gewohnt ist: Aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet, Parteinahme vermeidend, aber dennoch Emotionen schürend. Frühere Arbeiten des Ungarn sind in ganz ähnlichem Stil inszeniert. An „Mephisto“, „Hanussen“ oder „Oberst Redl“ war nicht nur stets Klaus Maria Brandauer als Hauptdarsteller beteiligt – sogar die Ausleuchtung glich sich von Film zu Film. Nun wagte sich Szabó an seine fast schon unpolitischste, privateste Geschichte seit „Zauber der Venus“. Damals ging es mit Glenn Close als Operndiva um die Schwierigkeiten einer Tannhäuser-Inszenierung in Paris.
Diesmal steht das Theater im Mittelpunkt. Und direkt daneben Annette Bening als alternder britischer Bühnenstar der Dreißigerjahre. Bening spielt Julia Lambert, eine Grande Dame mit Midlife Crisis. Vom Gatten (Jeremy Irons) nur noch als Bühnenpartnerin wahrgenommen, wendet sie sich dem jungen Amerikaner Tom zu, der sie seit langem umschwärmt. Die Schäferstündchen benötigt Julia, um ihr vom Leben verschrammtes Ego wieder aufzupolieren. Wirkliches Interesse an Tom hat sie nicht. Als ihr jedoch die junge, mehr ehrgeizige als talentierte Nachwuchsschauspielerin Avice sowohl den Mann als auch den Liebhaber abspenstig macht, fährt Julia die rot lackierten Krallen einer echten Lady aus. „Alle lieben Julia“ lebt in erster Linie von den soliden Darstellerleistungen des gesamten Ensembles. Szabo´s Inszenierung ist eher klassisch oder konventionell gedehnt, man könnte auch sagen langweilig. Das mag aber alles auch nur ein Stilmittel sein, um den funkelnden Esprit Annette Benings deutlicher herauszustreichen. Sie ist die einzelne Rose im Bouquet – umgeben von unscheinbarem, bedeutungslosem Schleierkraut.
infos über den film im internet: [ sonyclassics.com ]
kinostart: 06. April 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama, Komödie, Literaturverfilmung
länge: 105 min
Original: Being Julia
Darsteller:
Annette Bening, Jeremy Irons, Miriam Margolyes,
Regie:
István Szabó,
Drehuch:
Ronald Harwood,
Drehjahr: 2004 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Ein interessanter Film, aber doch streckenweise langatmig und zu sehr auf Annette Bening fokussiert!
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Ich würde den Film in die Kategorie 'gepflegtes Intellektuellenkino' stecken! Für mich ist das eher nichts!
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