Sieben junge Straftäter, alle schwer verhaltensgestört, sollen auf einer Berghütte das Leben in der Gemeinschaft lernen. 'Sozialscheiß halt', erklärt einer von ihnen gleich zu Beginn. Hans Steinbichler, Regisseur so großartiger Filme wie 'Winterreise', hat sich mit seinem gewagten Experiment, das aus einer Schauspielübung des Salzburger Mozarteums entstand, leider irgendwann doch verhoben. Anfangs verzaubert und verstört noch die in großartige Bilder eingefangene gigantische Bergkulisse, stets mit hypnotischer Musik unterlegt. Steinbichler fesselt den Zuschauer mit der emotionalen Wucht, die sein Film in der ersten Hälfte auslöst.
Tonspur und Kamera stehen im Mittelpunkt dieser streng komponierten Versuchsanordnung. Die Betonung der Sinneswahrnehmungen bringt dem Zuschauer die Ausnahmesituation nahe, in der sich die Jugendlichen inmitten der Natur empfinden. Doch mit der Zeit wird der Lehrbuchcharakter des Films immer unübersehbarer, werden die wenigen Dialoge immer prätentiöser. Die Handlung gerinnt zu einem verquasten Versuch, Kunstkino sein zu wollen. Als ob die roh gehauene Geschichte inklusive ihrer Akteure die eigene Bedeutung nicht stemmen kann, bricht unter der Last der behaupteten Bedeutung das gesamte, so hoffnungsvoll gestartete Konstrukt dieser ambitionierten Produktion in sich zusammen.