Barfuss
Durchgeknallt x 2
Als „tiefe Herzensangelegenheit“ bezeichnet Til Schweiger seinen neuen Spielfilm „Barfuss“ gerne. Da steckt also jede Menge Angstschweiß, Herzblut und Lebensweisheit des mittlerweile auch nicht mehr ganz jungen Berufsjugendlichen Til Schweiger. Man sollte das berücksichtigen. Hier hat jemand nicht einfach nur einen weiteren Film gedreht. Hier hat sich einer selbst verwirklicht. Was heraus gekommen ist, gemahnt daher im besten wie im schlimmsten Sinne an alles, was man mit Selbstverwirklichung und unerreichten Träumen in Verbindung bringen kann. Etwa zehn Jahre sind seit „Knockin On Heaven`s Door“ vergangen. Schweiger hat Hollywood inzwischen wieder den Rücken gekehrt und ist zurückgezogen in deutsche Lande. Das sieht man seinem „Barfuss“ an. Die alles überdeckende und versöhnliche Leichtigkeit, die „Knockin On Heaven`s Door“ trotz des erdenschweren Themas noch besaß, ist einer irdenen Bedeutungsschwere gewichen – die aber leider immer nur behauptet ist und nie wirklich spür- oder greifbar wird.
Schweigers Enthusiasmus in Ehren, gut gemeint ist meistens das Gegenteil von gut. Und hier sieht man zu vielen Szenen an, wie lange und oft an dem vermeintlichen Gag, einer Einstellung oder den Dialogen gefeilt wurde. Da ist nichts mehr locker hingeworfen, wie es eine romantische Komödie wenigstens scheinbar sein sollte, sondern sichtlich abgezirkelt, kalkuliert und dadurch tot.
Wenn der arbeitslose Nick Keller (Schweiger persönlich), den seine reiche Familie für einen Versager hält, auf dem Weg zum Jubiläum des Stiefvaters auf die geistig gestörte Leila (Johanna Wokalek) trifft, dann ist das so glaubwürdig und ihre resultierende Liebesgeschichte so romantisch, wie die letzten Ehejahre von Prince Charles und Lady Di. Nichts stimmt. Weder Timing, noch Ausstattung oder Witz. „Barfuss“ unternimmt das Wagnis, eine Romanze ohne emotionales Zentrum zu erzählen. Dass so was nicht funktionieren kann, lernt jeder Drehbuchautor im Anfängerseminar. Vielleicht hätte sich Schweiger mit dem Produzieren und Schauspielen bescheiden sollen. Zusätzlich noch Regisseur und Autor – das hat ihn offensichtlich überfordert.
infos über den film im internet: [ barfuss-derfilm.com ]
kinostart: 31. März 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie, Liebesfilm
länge: 115 min
Original: Barfuß
Darsteller:
Til Schweiger, Johanna Wokalek, Steffen Wink,
Regie:
Til Schweiger,
Drehuch:
Til Schweiger, Jann Preuss,
Drehjahr: 2004 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ Barfuß im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
Passende Angebote zum Film:
<uf>
Der Film ist wirklich ein rechter Schmarrn und plätschert emotions- und höhepunktlos dahin!
|  |
 |
Die Story hätte man sicher besser umsetzten können. So ist der Film leider nur unterer Durchschnitt!
|
|