Eine gute, glaubwürdige Hauptfigur ist absolut notwendig für einen Film. Mit dem Berliner Techno-DJ Paul Kalkbrenner hat Regisseur Hannes Stöhr somit einen wahren Glücksgriff getan. Denn Kalkbrenner, der im Film einen Plattenaufleger namens Ickarus spielt, verleiht diesem nie sonderlich sympathischen Charakter die angemessene Tiefe, wenn es um Wutausbrüche, Drogensucht und eitles Posen geht. Und darum dreht sich das Dasein dieses Ickarus die längste Zeit über. Stöhrs Techno-Drama über einen modernen Ikarus, der von Halluzinogenen beflügelt zur Sonne fliegen will und stattdessen unsanft in der Berliner Psychiatrie landet, konzentriert sich ausschließlich auf seinen schillernden Anti-Helden.
Kalkbrenner, der auch die Musik zum Film komponierte, rettet viele Szenen. Aber er kann nicht allgegenwärtig sein, und so ertrinkt der Rest des Films haltlos im konturenlosen Klischee: Raven, koksen, schneller Geschlechtsverkehr auf der Discotoilette, Farbenrausch nach Genuss der Ecstasy-Pille, die knallharte Musikmanagerin, und der Papi ist natürlich auch noch Pfarrer - genauso hat sich der kleine Fritz den Beruf des DJs immer vorgestellt.
dabei wurden zuletzt folgende kommentare abgegeben:
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aldous
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hab grad den film gesehen, und ich finde, dass man dieser kritik kein stück weit entgegentreten kann.
natürlich werden hier klischees bedient. der film ist einerseits natürlich auch unverfälschter einblick und das finde ich sehr mutig. aber was ich für viel wichtiger erachte ist die tatsache dass die musik als frequenz verstanden wird, die menschen verbindet und gerade in der sogenannten szene ist dieses vibrieren ohne drogen kaum vorstellbar. damit räumt dieser film faktisch auf. wie sagt man hochmut kommt vor dem fall.