Das Parfum
Die Geschichte eines Mörders
Zwanzig Jahre hat es gedauert bis der Erfolgsroman von Partrick Süskind, der bis dato in 45 Sprachen übersetzt wurde und 15 Millionen mal verkauft wurde, verfilmt werden konnte. Denn der Autor weigerte sich beharrlich den Stoff für eine Verfilmung freizugeben. Doch Bernd Eichinger ließ nicht locker und als er eine ordentliche Summe auf den Tisch legte, man spricht von ca. 10 Mio. Euro, war der Weg frei, die Geschichte auf die Leinwand zu bringen: Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), der auf dem stinkenden Fischmarkt von Paris Anfang des 18. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickt, wächst in Armut, Dreck und Elend auf. Doch er hat eine besondere Gabe: Seine Nase ist fein und kann die kleinsten Gerüche wahrnehmen. So streicht er schnüffelnd durch die Straßen und ergeht sich in seiner Geruchswelt. Besonders hat es ihm aber der Duft junger hübscher Frauen angetan. Wie im Rausch begeht er so - beinahe versehentlich - seinen ersten Mord. Doch der Duft seines Opfers lässt ihn nicht mehr los. Als er den alten Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman) kennenlernt, beweist er ihm sein Genie, um von ihm zu lernen wie man Düfte festhalten kann. Doch das Wissen reicht nicht aus, um seinen Plan des perfekten Dufts zu verwirklichen. Er wandert nach Grasse in Südfrankreich, das noch heute als Parfumhauptstadt gilt. Auf dem Weg stellt er fest, dass er selbst keinen eigenen Körpergeruch hat. So beginnt er in Grasse sich seinen eigenen unwiderstehlichen Duft zu kreieren, der alle verzaubert! Doch dazu benötigt er zahlreiche schöne junge Frauen. Eine Mordserie beginnt die Stadt zu erschüttern...
Bernd Eichinger hat sich mit der Verfilmung von 'Das Parfum' viel vorgenommen und gleichzeitig einen Traum erfüllt. Denn schon immer faszinierte ihn der Roman. Mit Tom Tykwer als Regisseur sollte nun die teuerste deutsche Filmproduktion zum Erfolg geführt werden. Leider erweist sich Tykwer mit dem Stoff doch eher überfordert und wenig genialisch. Die Welt der Düfte mag er nicht wirklich gekonnt vermitteln. Außer Nahaufnahmen von Grenouilles Nase und anderen duftenden Dingen fiel ihm nicht viel ein. Doch besonders die Filmmusik, die Tykwer mitkomponierte, ist zu getragen und bedeutungsschwanger, als dass man sie den ganzen Film ertragen könnte. Doch vor allem gelingt es ihm nicht den Krimi von Süskind mit echten Spannunghöhepunkten zu versehen. Die Geschichte plätschert mit fulminanten Bildern dahin und immer wieder bringt die Erzählerstimme von Otto Sander die Handlung voran. Dem begabten Ben Whishaw bleibt dann oft nur noch das Erzählte mit dem schweigsamen Charakter des Jean-Baptiste Grenouille nachzuspielen. Doch Grenouille ist auch nicht der häßliche, buckelige Gnom wie im Buch, sondern eigentlich ein ganz hübscher Psychopath. Doch die Szenerien in denen er sich bewegt sind großartig gestaltet und für eine deutsche Produktion bisher so nicht dagewesen. Die Hochglanzverfilmung kann in diesem Punkt mit Streifen aus Hollywood durchaus mithalten. So bietet Dustin Hoffman als runtergekommener Altparfumeur in seinem staubigen Laden beispielsweise einen herrlichen Anblick. Doch über die inhaltlichen Schwächen kann das kaum hinwegtäuschen. Vergleicht man den Film etwa mit dem ebenfalls von Eichinger produzierten 'Namen der Rose' von Umberto Eco, wird klar, dass 'Das Parfum' eben keine große Literatur, sondern nur ein durchschnittlicher Krimi ist. Als Fazit bleibt zu sagen, dass 'Das Parfum' ein bildgewaltiges Spektakel ist, dem es jedoch an Spannung und vor allem an der für die Umsetzung dieses Stoffes nötigen Genialität mangelt.
infos über den film & trailer im internet: [ parfum.film.de ]
kinostart: 14. September 2006
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Historischer Film, Literaturverfilmung, Thriller
länge: 147 min
Original: Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Darsteller:
Corinna Harfouch, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Ben Whishaw,
Regie:
Tom Tykwer,
Drehuch:
Andrew Birkin,
Drehjahr: 2006 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Der Film liefert tolle Eindrücke des frühen 18. Jahrhunderts, doch ist er etwas langatmig geworden!
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Das Buch ist, wie so oft, spannender! Doch der Film ist dennoch sehenswert!
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