Nichts hat sich verändert. Antoine, ein ewig miss gelaunter Aushilfskellner, kehrt in das provenzalische Heimatdorf zurück, dass er vor vielen Jahren im Streit mit den Eltern verließ. Nun liegt der Vater im Sterben, und die Mutter beordert den einzigen Nachkommen nach Hause, um den Gemischtwarenladen der Familie weiterzuführen.
Die Heimkehr des verlorenen Sohns gestaltet sich in Eric Guirados sanft melancholischer Komödie 'Der fliegende Händler' anders als in der Bibel. Widerwillig passt sich Antoine dem alt bekannten Rhythmus der Provinz wieder an und übernimmt die Verpflichtungen des siechen Papas. Natürlich bleibt das nicht so, und schließlich wird Antoine das Landleben, das ja auch einmal sein eigenes war, wieder neu zu schätzen wissen. Bis dahin jedoch trägt die Hauptfigur schwer an ihrer Übellaunigkeit, und der Zuschauer mit ihr.
Man muss Guirado großen Mut attestieren, dass er seinen Debütfilm rund um einen derart mürrischen Charakter gewunden hat. Doch da Antoine sich auch zu wenig entwickelt und alle Ereignisse, die ihn zu einem anderen Menschen werden lassen, nur von außen herangetragen und behauptet werden, lässt einen die Geschichte dieses ewig unzufriedenen jungen Mannes letztlich kalt. Zwar findet Guirado schöne Momente, um den klassischen Stadt-Land-Gegensatz zu illustrieren. Doch die Konflikte sind insgesamt zu wenig deutlich heraus gearbeitet. Überdies lässt die Regie die Schauspieler, größtenteils Laiendarsteller, viel zu oft alleine.