Es lebe die Freundschaft. Ein Hohelied des Vertrauens und der Sympathie singt Regisseur Jean Becker in seinem fein ausgearbeiteten 'Dialog mit meinem Gärtner'. Unprätentiös und beschaulich inszeniert Becker das nahezu den gesamten Film umspannende Gespräch zwischen einem berühmten Maler (Daniel Auteuil), der nach Jahrzehnten der Abwesenheit ins Haus seiner verstorbenen Eltern zurückkehrt, und seinem Schulfreund (Jean-Pierre Darroussin), der mit der Pflege des üppigen Grüns betraut ist.
Gemeinsam erörtern sie ihre Familien, ihre Frauen und Lieblingsspeisen. Bei ausgedehnten Spaziergängen durch den riesigen Garten philosophiert man über die ab einem gewissen Alter existentieller werdenden Probleme des Daseins, über Krankheiten, Sterben und Tod, aber auch über Pflanzenzucht und Gemüseanbau. Und allmählich nähern sich die Klassenkameraden aus den 50ern, nun getrennt durch Stand, Einkommen, Frauenverschleiß und Weltenbummelei, auf wundersame Weise an..
'Dialog mit meinem Gärtner' kommt ohne Pathos aus und erinnert stark an Beckers 'Ein Sommer auf dem Lande', verströmt die gleiche Sonnen durchflutete, leicht behäbige Behaglichkeit. Mitunter etwas zu betulich, aber das Leben, zumal für ältere Herren wie Becker, Auteuil und Darroussin, ist anscheinend wirklich ein langer ruhiger Fluss.