Die blaue Grenze
Der hohe Norden
„Die blaue Grenze“, das ist jener Streifen Meer hoch im Norden, der Deutschland von Dänemark trennt. In diesem Niemandsland zwischen Sand, Himmel und Wasser spielt der bildgewaltige, sehr poetische Debütfilm des Regisseurs Till Franzen. Spröde wirkt seine verschachtelte Romanze auf den ersten Blick, mit wortkargen Einsiedlern und ohne einen klaren Handlungsstrang. Etwas unzugänglich und sehr melancholisch also. Doch wer bereit ist, sich in den ersten zehn Minuten auf dieses filmische Wagnis einzulassen, wird für seine Geduld belohnt. Denn „Die blaue Grenze“ ist einer der künstlerisch ausgereiftesten deutschen Spielfilme dieses Jahres. Der weltfremde Momme (Antoine Monot) hat gerade seinen Vater verloren, und sein versponnener Großvater erweist sich in dieser Lebenskrise auch nicht unbedingt als echte Stütze.
Als der deprimierte Momme jedoch auf einer Party die schöne Dänin Lene kennen lernt, kommt wieder Schwung in sein Leben. Danach sehnt sich auch der geschwätzige, degradierte Hauptkommissar Poulsen (Dominique Horwitz). Seine neue Nachbarin Frau Marx (Hanna Schygulla) quatscht er bei der ersten Begegnung nieder, und es dauert, ehe sich zwischen den so vollkommen konträren Naturen so etwas wie Zuneigung entwickelt. Parallel, nur locker miteinander verknüpft und betont langsam erzählt Franzen die Geschichten seiner strauchelnden Helden Momme und Poulsen, deutet in wunderbaren Kamerafahrten und betörend schönen Einstellungen ihre Lebens- und Liebesgeschichten an. Voller Zitate, Andeutungen und Querverweise steckt Franzens surreales Kleinod, das allerdings deutlich nur für kontemplativere Naturen geeignet ist und kaum für Freunde des linearen Handlungsverlaufs und der schnellen Schnitte.
infos über den film im internet: [ dieblauegrenze.de ]
kinostart: 24. November 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Drama
länge: 104 min
Original: Die blaue Grenze
Darsteller:
Antoine Monot jr., Joost Jürgen Siedhoff, Dominique Horwitz,
Regie:
Till Franzen,
Drehuch:
Till Franzen,
Drehjahr: 2005 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Ein guter Spielfilm, der nichts mit neuartuggem Actionkino zu tun hat!
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Sicher ein guter Film, aber mir war alles ein bisschen zu langsam!
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