Die Syrische Braut
Hochzeit zwischen den Fronten
Eine Hochzeit taugt im Film immer gut dazu, ein Kaleidoskop unterschiedlichster Familien- und Gesellschaftssysteme auszubreiten und sowohl besinnliche und romantische als auch komödiantisch-turbulente Situationen darzustellen. „Die syrische Braut“ des israelischen Regisseurs Eran Riklis bildet da keine Ausnahme. Die junge Mona (Clara Khoury) sieht nicht besonders glücklich aus an ihrem Jubeltag. Das hat verschiedene Gründe. Die verstrittenen Geschwister und Eltern gehören dazu. Aber vor allem die ungewisse Zukunft macht der jungen Frau im weißen Spitzenkleid Sorgen. Ihren Bräutigam, einen syrischen Seifenopern-Star, kennt Mona nur aus dem Fernsehen. Was aber schlimmer ist: Mit dem Grenzübertritt von den Golanhöhen nach Syrien verliert Mona das Recht, jemals wieder das Heimatdorf im Niemandsland zwischen Israel und Syrien betreten zu dürfen. Ein heikles und komplexes Thema bearbeitet Riklis in seinem sensiblen Familiendrama.
Der scheinbar unlösbare politische Zwiespalt um die bis heute umkämpfte Region spaltet hier die gesamte Hochzeitsgesellschaft. Anhand der einzelnen Familienmitglieder konturiert der Regisseur ein Bild der modernen Gesellschaft im Nahen Osten, mit all den dazugehörigen Licht- und Schattenseiten. Da gibt es den verlorenen Sohn, die unterdrückte Ehefrau, die nach Unabhängigkeit strebende Tochter, den in seinem falschen Stolz starrsinnig gewordenen Vater. Riklis setzt in der Darstellung seiner Auseinandersetzungen auf die leisen Töne. Jede Szene ist mit Bedacht gesetzt, die Bilder sind stets wohl überlegt – auch wenn der Filmemacher mit seiner Kamera oft den Eindruck einer Dokumentation erwecken möchte. Die schwer bewachte Grenze im gleißenden Sonnenlicht ist real – aber gleichzeitig bei Riklis ein Symbol. Überhaupt spielen Allegorien und Symbole eine wichtige Rolle in „Die syrische Braut“. Mit ihnen macht Riklis die inmitten der Hochzeitsgäste schwelenden Konflikte verständlich. Sein umfangreiches Personal hat Riklis gut im Griff, sogar die kleinsten Nebenrollen sind treffend besetzt in dieser großartigen, hoch emotionalen deutsch-französisch-israelischen Koproduktion.
infos über den film im internet: [ diesyrischebraut-derfilm.de ]
kinostart: 17. März 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Tragikomödie
länge: 97 min
Original: Ha-Kala Ha-Surit
Darsteller:
Hiyam Abbass, Makram Khoury, Clara Khoury,
Regie:
Eran Riklis,
Drehuch:
Eran Riklis,
Drehjahr: 2004 FSK: oA
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Ein interessanter Film über die privaten Probleme in einer politischen Krisenregion!
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Der Film zeigt gut, in was für einer komplizierten Gesellschaft man in Syrien lebt. Doch mir war er zu trist!
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