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Die Welle

Faschisten-Schule

Die Welle, Kino, Kinoprogramm, München Ist der Mensch von Natur aus gut? Ist er vernünftig und autonom oder leicht manipulierbar? Seit der Aufklärung diskutiert man diese Fragen, mit immer wieder unterschiedlichen Ergebnissen. Von Thomas Morus über Marivaux bis Canetti, Adorno, Fromm und Hannah Arendt reicht die Liste der klugen Köpfe, die sich am Thema abgearbeitet haben.
Natürlich kann ein Spielfilm, der als Zielgruppe Legionen von Schulklassen im Visier hat, unmöglich den sozialpsychologischen Überbau rezitieren. Doch etwas mehr als bloße Klischees hätte Regisseur Dennis Gansel ("Napola") in seiner Adaption des Schulbuchklassikers "Die Welle" von Morton Rhue schon bieten müssen angesichts des komplexen Stoffes.
"Eine Diktatur wie der Nationalsozialismus wäre heutzutage nicht mehr möglich." Um diese Aussage seiner Schüler zu widerlegen, inszenierte ein Lehrer 1967 in Kalifornien ein Faschismusprojekt, dass bald von seiner Klasse auf die gesamte High School übergriff und nach wenigen Tagen angesichts des erschreckenden Resultats abgebrochen werden musste.

Die Welle, Kino, Kinoprogramm, München Gansel hat die Versuchsanordnung für seine Fassung der "Welle" ins moderne Berlin verlegt, und anfangs erscheinen die Konturen des Drehbuchs noch angemessen scharfkantig: Der Lehrer (Jürgen Vogel), früherer Hausbesetzer in Kreuzberg, will den vorlauten Pennälern subtil beweisen, wie schnell sich die Massen verführen lassen. Heute noch. Der Versuch entwickelt rasch eine verhängnisvolle Eigendynamik, und da beginnt es im dramaturgischen Gebälk Gansels heftig zu knirschen. "Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft, Macht durch Handeln" predigt "der Rainer" (Jürgen Vogel), und fast alle sind mit Feuereifer dabei. Soweit das Experiment von damals, soweit das Buch, soweit der US-Fernsehfilm zum selben Sujet. Neu sind die amourösen Verwicklungen der Teenies, ein paar Schwierigkeiten "vom Rainer" mit den Kollegen im Lehrerzimmer, dazu werden stereotype Schülerbiografien geliefert. Lässt sich alles ertragen, schließlich geht es um eine gute Sache, die Warnung vor den Fußangeln des Faschismus auf der Welt. Doch dann ging mit Dennis Gansel und Koautor Peter Thorwarth anscheinend der Gaul durch: Um auch den allgegenwärtigen Aspekt "Gewalt an der Schule" noch abzuarbeiten, kleben sie dem bis dahin zwar schablonenhaft aber akzeptabel argumentierenden Film ein mit Blut, Tränen und Schusswechseln hämmerndes Ende auf, das sämtliche ehrenwerten Absichten konterkariert und auf schamloseste Weise den üblichen TV-Voyeurismus bedient.

infos über den film & trailer im internet: [ welle.film.de ]

Kinostart: 13. März 2008

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Sicher ein guter, wertvoller Film, aber leider übertreiben die Autoren zum Ende doch zu sehr!

sys-co sagt: e-bert sagt:

Ein beeindruckender Film zu einem eindrucksvollen Experiment! Jürgen Vogel ist großartig als 'Rainer'

Die Welle - Trailer

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genre: Drama länge: 107 min Original: Die Welle Darsteller: Jürgen Vogel, Frederick Lau, Max Riemelt, Die Welle Regie: Dennis Gansel, Die Welle Drehuch: Dennis Gansel, Peter Thorwarth, Drehjahr: 2008 FSK: 12 Starttermin: 13.03.2008 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Die Welle im kinoprogramm ]

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