Haus der Sünde
Ein Bordell in Paris
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Schön wie Gemälde sind die Frauen. Elegant gelegt sind die Frisuren, sorgsam drapiert die Spitzenkrägen. Nur der Stoff der Blusen ist, sofern überhaupt vorhanden, sehr durchsichtig. Regisseur Betrand Bonello erzählt in seinem üppig ausgestatteten Spielfilm 'Haus der Sünde' von einem Pariser Bordell zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es geht um den Alltag und die Träume der Mädchen ebenso wie um die Obsessionen der Männer, und dadurch gelingt Bonello ein scharfsinniges Sittengemäldevon den letzten Tagen der Belle Epoche. Im Mittelpunkt steht 'die Frau, die lacht', nachdem ein Freier sie grausam mit dem Messer verstümmelte. Zu ihrem Schicksal kehrt die Kamera immer wieder zurück. Der Franzose Bonello, der bereits mit ungewöhnlichen Arbeiten wie 'Tiresia', 'De la Guerre' oder 'Der Pornograph' seinen Hang zum sperrigen, frei assoziierenden Kunstkino bewies, hat mit 'Haus der Sünde' einen beinahe schon konventionell-verdaulichen Film gedreht. Allein die erlesenen Bilder von Kamerafrau Josée Deshaies erinnern noch an frühere Kunststücke...
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