Eli Roth neigt dazu, die Dinge wörtlich zu nehmen. Subtilität ist nicht seine Sache. Der Ausdruck Blutbad erhält bei ihm deshalb folgerichtig eine Umsetzung, die man so noch nicht gesehen hat. Auch im Horrorfilm nicht. Seitdem sich Roth dem oft schon tot gesagten Genre angenommen hat, sprudelt der ganz besondere Saft in nicht enden wollenden Bächen aus den malträtierten Körpern. Wie im ersten Teil findet das martialische Massakrieren in einer heruntergekommenen Jugendherberge in Slowenien statt.
Wieder begibt sich die Kamera auf die Hatz nach amerikanischen Touristen, diesmal ausnahmslos weiblichen Rucksackreisenden. Wieder zeigt Roth verlässlich auch jene Momente, in denen die Kamera sonst gnädig wegschwenkt und die letzten Details der Phantasie überlässt. Und wieder hat sich der Drehbuchautor und Regisseur darum bemüht, seine wüste aber handwerklich ausgezeichnet gefertigte Gewaltorgie mit gesellschaftskritischen Untertönen geschmeidiger zu machen. Männlichkeitswahn, Gewaltbegeisterung, und immer wieder die dummdreisten Amerikaner auf Europatrip. Doch in 'Hostel 2' gerät ihm seine Kritik mitunter so dünn wie die Blüschen der Mädels im Folterkeller.