Tokio ist das Paris oder New York des 21. Jahrhunderts. Zog es die Filmemacher früher in die Stadt der Liebe oder den Big Apple, wo ihre Helden dann diverse Amouren oder Abenteuer zu bestehen hatten, geht es heute nach Tokio. Von Sofia Coppola bis Doris Dörrie schicken die Regisseure ihre Charaktere in den japanischen Moloch. Die Spanierin Isabel Coixet analysiert die fremde Stadt allerdings nicht durch die Augen einer Ausländerin, sondern bedient sich einer japanischen Erzählerin. Aus der Sicht einer Profikillerin betrachtet sie die Straßenschluchten Tokios und erzählt von tragischer Liebe und dem Aneinandervorbeileben mancher Paare und Familien.
'Eine Karte der Klänge von Tokio' ist, wie auch 'Mein Leben ohne mich' oder 'Das geheime Leben der Worte' ein sensibel beobachtetes, stimmungsvolles Liebesdrama mit einer eigenwilligen Optik. Doch die starke Verrätselung, die Kameraschwenks, Farbkontraste und unvermittelten Schärfenverlagerungen erschweren es, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen und lassen den Kunstanspruch Coixets gelegentlich allzu gewollt hervortreten.