Lars, Typ schüchterner Außenseiter und liebenswerter Spinner, hat bei Frauen keinen Schlag. Da bestellt er sich im Internet eine aus Gummi. Klingt ungut schmierig. Doch was Regisseur Craig Gillespie aus diesem Plot gezaubert hat, hat nichts Zweideutiges, Schlüpfriges oder Unappetitliches an sich. Sondern ist eine ganz herzerwärmende Kleinstadtkomödie geworden, in der Lars schließlich noch die passende Begleiterin findet. Aus Fleisch und Blut und nicht aus Latex. Bis dahin allerdings verbringen Lars, sein Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen Frau Karen (Emily Mortimer) sowie der gesamte Ort jede Menge Zeit mit der Gummipuppe namens Bianca.
Gillespie hat ein außerordentliches Gespür für präzise gesetzten skurrilen Humor. Wenn Lars mit seiner züchtig im rosa Wollpulli bekleideten Sexpuppe durch die Straßen spaziert, fürchtet man anfangs platte Gags. Doch Gillespie nähert sich Lars und seinen Bekannten mit einer hinreißenden Unbefangenheit. Er denunziert seine Figuren nie. Er nimmt sie ernst in jeder Facette, und sogar die Nebenrollen haben davon noch jede Menge. Alle sind freundlich und verständnisvoll und bemühen sich, die vorübergehende psychische Irritation des jungen Mannes als "normal" zu betrachten. In der Figur des Gus, Lars' Bruder, zeigt die Regie bis zum Schluss aber auch das vollkommene Befremden angesichts der ganzen Situation. Daraus zieht dieses liebenswerte und wunderbar gespielte Plädoyer für mehr Toleranz eine Menge höchst feinsinnig-komischer Momente.
infos über den film & trailer im internet: [ lars-film.de ]