Ein Filmende, in dem die verschleierte Braut selig lächelnd dem Bräutigam entgegen schreitet, ist nicht sehr originell. Zum Glück gab es in der Filmhistorie genügend Regisseure, die sich bis zum Happy End jede Menge turbulente, phantastische und verrückte Verwicklungen einfallen ließen. Ken Kwapis gehört leider nicht zu ihnen. Sein 'Lizenz zum Heiraten' bietet mit Robin Williams und Mandy Moore die passenden Namen für eine Komödie auf. Dazu ein bonbonfarbenes, hochglanzlackiertes Ambiente, das zumindest noch nie geschadet hat.
Doch die Drehbuchautoren Kim Barker und Tim Rasmussen haben anscheinend derart wenig eigene Inspiration besessen, dass sie heftig bei anderen Produktionen klauen mussten. So erledigt Robin Williams als Priester mit seinem Ehefähigkeitstest nichts anderes als das, was Jack Nicholson als Therapeut in 'Die Wutprobe' mit Adam Sandler und seiner Partnerin getan hat: Ein junges Pärchen wird so lange geärgert, bis beide die Nerven verlieren. Es kommt zur Trennung. Die natürlich nur eine vorläufige ist. Anschließend sind alle klüger und haben sich noch viel mehr lieb als vor dem Zusammentreffen mit der exzentrischen Person in Hawaiihemd beziehungsweise Soutane. Das Hochzeitspaar bleibt blass und langweilig, sämtliche Nebendarsteller ebenfalls. Keine Figur interessiert wirklich, Entwicklungen und echte Konflikte gibt es auch nicht. Dieses Nichts an Inhalt wird garniert mit mäßig witzigen Späßchen aus der Konserve. So schrecklich wie dieser Film kann keine Schwiegermutter der Welt sein.