Sie kommt nicht gut weg in der Literatur, die Concièrge. Als bärbeißig, hässlich, geschwätzig, boshaft und neugierig wird sie in der französischen Literatur beschrieben. Die Schriftstellerin Muriel Barbery hat sich mit ihrem Hausdrachen, der übellaunigen Madame Michel, also in eine bis zu Balzac reichende literarische Tradition gestellt. Aus dem überraschend erfolgreichen Romandebüt über die Freundschaft eines altklugen, verwöhnten Schulmädchens und der hässlichen Hausmeisterin, die heimlich Tolstoi liest, einen Film zu drehen, ist dennoch mutig. Denn 'Die Eleganz der Madame Michel' muss ohne eine sympathische Hauptfigur auskommen. Die kleine Paloma (Garance Le Guillermic) ist wenig liebenswert, und Madame Michel (Josiane Balasko) schon gar nicht. Der Rest der originell porträtierten Pariser Hausgemeinschaft ist ebenfalls ungenießbar. Nur der neu zugezogene japanische Gentleman sorgt für etwas Herzenswärme.
Dass 'Die Eleganz der Madame Michel' dennoch funktioniert, sogar bedeutend besser als das schlaumeierige Buch von Barbery, liegt an der souveränen Regie von Mona Achache. Sie hat die Vorlage umsichtig gestrafft, setzt ungewöhnliche Kameraperspektiven ein und macht aus dem schmallippigen Roman eine zarte, berührende und manchmal sogar richtig komische Rentner-Romanze.
dabei wurden zuletzt folgende kommentare abgegeben:
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Pumpel
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eine echte überraschung! unglaublich anrührende, liebevoll inszenierte geschichte ohne effekthascherei - zudem prima besetzt! einer der filme, bei denen das publikum bis zum letzten bild des abspanns sitzen bleibt.