Mansfield Park
Gute alte Zeit
wenn
der kies edel knirscht und die taftröcke vornehm rascheln, kann
es sich eigentlich nur um eine literaturverfilmung handeln. doch
die kanadische regisseurin patricia rozema, spätestens seit "when
night is falling" eine queen des independentfilms, sorgte dafür,
dass "mansfield park" kein konventioneller kostümschinken
wurde, sondern ein sensibles drama über eine frau auf der suche
nach liebe. die hauptfigur fanny (frances o´connor) kommt als zehnjährige
zu ihrer verwandtschaft in den wohlhabenden londoner mansfield park.
dort ist sie zwar geduldetes, aber nie geliebtes familienmitglied.
allein cousin edmund (johnny lee miller) ist nett zu ihr. doch er
umwirbt jahre später nicht seine zur schönheit erblühte base, sondern
die schwerreiche mary (embeth davidtz) vom nachbargut, während deren
bruder henry (alessandro nivola) um fannys hand anhält. obwohl die
hochzeit mit dem wohlsituierten erben das ende aller finanzieller
schwierigkeiten für die aus ärmlichen verhältnissen stammende fanny
bedeuten würde, weist sie den lebemann zurück.
"mansfield
park" wäre nicht originalgetreu, würden dort nicht schließlich die
passenden töpfchen und deckelchen zueinander finden, wie es sich
für einen jane austen-roman gehört. auch in "emma" oder "sinn und
sinnlichkeit" sowie den gleichnamigen film-adaptionen kreist die
handlung darum, wie eine junge frau in einer von männern dominierten
welt und entgegen der damals üblichen heiratspolitik ihr liebesglück
findet. rozemas fanny ist dabei schon fast eine moderne heldin:
beharrlich weist sie den ungeliebten verehrer ab, läßt sich auch
sonst von der reichen verwandtschaft nicht viel vorschreiben. die
opulent ausgestattete verfilmung von "mansfield
park" bietet häufig ein plastischeres gesellschaftsporträt
als der gleichnamige roman. das liegt zum einen an den oftmals als
verfremdungseffekt eingesetzten kamerafahrten, zum anderen an der
sehr realistischen inszenierung, die wenig mit dem romantisch-kitschigen
zuckerguß von beispielsweise "sinn und sinnlichkeit" gemein hat.
bei rozema reitet der retter nicht auf einem weißen schimmel heran,
und die riesigen räume der villen strahlen die gleiche kälte aus
wie die figuren selbst, die zu gunsten der gesellschaftlichen konventionen
ihre emotionen so weit wie möglich unterdrücken müssen.
infos über den film im internet: [ www.kinowelt.de ]
oder [ www.mansfieldpark.com ]
kinostart: 20. juli 2000
wo läuft der film? - das sagt euch die süddeutsche: [
mansfield
park ]
mansfield park
besetzung: frances o'connor, embeth davidtz, jonny lee miller, alessandro
nivola, harold pinter
regie: patrizia rozema
drehbuch: patricia rozema nach einem roman von jane austen
produzent: sarah curtis
kamera: michael coulter
schnitt: martin walsh
usa 2000 genre:
drama verleih:
kinowelt orginaltitel:
mansfiels park
länge: 112min.
[ mehr bei imdb ]
<ug>
das hätte ich nicht erwartet, dass mir so ein film
gefallen könnte. großartig!
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zwar besser als manch anderer kostümfilm, aber auch
nicht mein geschmack. eher fad!
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